22.09.2008, 09:12 Uhr | Christoph Schmidt
Der GVU ist wieder ein Mal ein entscheidender Schlag gegen organisierte Raubkopierer gelungen. (Montage: T-Online)Schlag gegen organisierte Film-Fälscher: In einer groß angelegten Aktion haben Essener Beamte eine Raubkopierer-Bande festgesetzt, die im großen Stil gefälschte CDs und DVDs verkaufte. Insgesamt nahmen die Ermittler vier Tatverdächtige fest, die bereits seit Jahren im Visier der Polizei gestanden hatten. Bei Durchsuchungen stellten die Beamten tausende Raubkopien und eine fünfstellige Summe Bargeld sicher.
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Piraten im Untergrund So entstehen Raubkopien
Die Ermittler durchsuchten am 16. September mehrere Wohnungen in Essen und Bottrop, eine Lagerhalle in Bochum sowie Firmen in Dortmund und Lünen und entdeckten dort über 2800 DVDs und CDs sowie eine große Summe Bargeld. Daraufhin nahmen die Beamten die vermeintlichen Köpfe der Raubkopierer-Bande fest, die im großen Stil illegale DVDs und CDs hergestellt und verkauft haben sollen. So waren Kinohits wie Saw 3 ebenso im Angebot der Fälscher wie Pornofilme und andere indizierte Titel.
Raubkopien nicht vom Original zu unterscheiden
Die vier festgenommen Männer zwischen 29 und 33 Jahren standen bereits seit zwei Jahren im Visier des Essener Betrugskommissariats. Dabei sollen sie in professionellen Presswerken in Essen sowie Hanau tausendfach illegale Kopien von Filmen und Musik-CDs in Auftrag gegeben haben. Passende Cover ließ die Bande in Druckereien in Dortmund und Lünen herstellen. Daraufhin wurden die Raubkopien in ordnungsgemäße Hüllen verschweißt und als täuschend echte Originale über das Internet oder auf Messen verkauft.
Piratenjäger informierten die Polizei
Auf die Spur der Bande kamen die Ermittler aus Essen durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Die handelt im Auftrag der Film- und Entertainmentbranche und geht vor allem gegen die ganz großen Fische im Geschäft mit Raubkopien vor. Aufsehenerregende Polizeiaktionen wie im aktuellen Fall waren das Resultat der GVU-Anstrengungen.
GVU sieht bandenähnliche Raubkopierer-Strukturen
Wie die GVU auf ihrer Internetseite mitteilt, hätten Mitarbeiter durch "monatelange, intensive Analysen der Szene und Informationen aus der Mitte der DVD-Händler fundierte Kenntnisse" über die Bande gesammelt. Insgesamt entwickelten sich im Ruhrgebiet "bandenähnliche Strukturen, die im großen Stil Filmraubkopien herstellen und auf Filmbörsen sowie im Internet verkaufen". Der Kopf der nun gesprengten Bande sei der GVU bereits in der Vergangenheit wiederholt als Raubkopierer aufgefallen. Gegen in laufe zurzeit in Münster ein Verfahren wegen des Verkaufs von Raubkopien. Nun wird wohl ein Weiteres hinzukommen.
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