12.04.2010, 14:03 Uhr | Andreas Lerg
Online-Kriminelle attackieren Nutzer von Tauschbörsen. (Bild: dpa) (Quelle: dpa)
Mit einem neuen Erpressertrojaner setzen Online-Kriminelle auf die Angst vieler Internet-Nutzer, beim Raubkopieren erwischt worden zu sein. Wer sich den Schädling einfängt, dem wird vorgegaukelt, er habe Urheberrechtsverletzungen in nicht unerheblichem Maßstab begangen. Den Opfern werden Gerichtsverfahren und horrende Schadenersatzforderungen angedroht. Besonders dreist: Der Schädling bietet gegen eine geringe Strafgebühr eine außergerichtliche Einigung an. Doch das Ziel der Gangster sind die Kreditkartendaten der Opfer, deren Konten dann geplündert werden.
Wie der Sicherheitsdienstleister FSecure in seinem Blog meldet, zielt eine neue Abzockermethode unter anderem auf die Nutzer von Tauschbörsen. Aber nicht nur die Nutzer von BitTorrent-Seiten sind betroffen. Auch Anwender, die keinerlei Daten in Tauschbörsen herunterladen, sind gefährdet. Eine Schadsoftware gelangt über infizierte Download-Dateien und sehr wahrscheinlich auch über Mail-Anhänge auf den Computer. Sobald der Nutzer die Datei öffnet, blendet der Schädling eine Warnmeldung bezüglich einer Urheberrechtsverletzung ein und blockiert den Computer. Der Virus leitet den Nutzer auf die Internetseite einer fiktiven Organisation namens ICCP Foundation weiter. Dort erfährt er, dass er illegale Dateien herunter geladen und damit Urheberrecht verletzt haben soll.
Die ICCP-Seite präsentiert die Namen der angeblich geklauten Dateien, selbst wenn der Computer des Nutzer völlig frei von illegalen Inhalten ist. Weiterhin liest der ahnungslose Anwender, dass er mit fünf Jahren Haft oder umgerechnet 170.000 Euro Schadenersatz zu rechnen habe. Gleichzeitig bietet ihm die Seite zwei Wahlmöglichkeiten: Neben dem Button "Den Fall ans Gericht weiterleiten", bietet ein weiterer Button eine "außergerichtliche Einigung" an. Letztere sieht eine Strafgebühr vor, die mit umgerechnet 270 Euro scheinbar verlockend günstig gegenüber der angeblich drohenden Haft und der immensen Schadenersatzforderung ist.
Wer sich einschüchtern lässt, soll alle persönlichen Daten samt Kreditkartendaten in ein Formular eintragen. Auf nichts anderes haben es die Online-Kriminellen abgesehen, denn sobald sie die Kreditkartendaten haben, können sie weit mehr Geld erbeuten als die vermeintliche Strafgebühr. Klickt der Anwender tatsächlich auf den Button, der den Fall wie behauptet vor Gericht bringt, scannt die Schadsoftware plötzlich die Festplatte des Computers. Dabei präsentiert die Software dem Nutzer weitere angeblichen Verstöße, um ihn abermals zur Kooperation und damit zur Preisgabe seiner Daten zu drängen.
Wie FSecure berichtet, bleibt die falsche Urheberrechtswarnmeldung hartnäckig und kommt bei jedem Neustart des Computers wieder. Aktuelle Virenscanner können den Schädling jedoch eliminieren. Zum Schutz gegen solche Schadsoftware und andere Bedrohungen ist es wichtig, stets aktuelle Antiviren-Software auf dem Computer einzusetzen. Sie wehrt effektiv Viren, Trojaner und die meisten anderen Bedrohungen ab. Kostenlose Sicherheitsprogramme bieten bereits einen Basisschutz. Umfangreiche Informationen zum Schutz Ihres Computers vor Viren und anderen Gefahren finden Sie im Computer-Insider-Virenspecial.
Die ICCP gibt vor, eine Organisation zur Durchsetzung von Urheberrechten mit Sitz in der Schweiz zu sein ist aber im US-Bundesstaat Kansas registriert. Die Seite sieht nur auf den ersten Blick recht professionell aus. So ist der Name der Organisation nicht einheitlich geschrieben, denn neben ICCP tauch auch die Abkürzung ICPP auf. Nirgendwo ist eine Anbieterkennung oder eine echte Anschrift zu finden. Auch will die Seite einen offiziellen Eindruck erwecken, indem behauptet wird, dass Partnerschaften mit der Recording Industry Association of America (RIAA), der Copyright Alliance und der Motion Picture Association of America (MPAA) bestünden.
Andreas Lerg
bundlex schrieb:
am 10. Januar 2011 um 21:33:20
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Erpressertrojaner
Hallo OllO etwas wie ein Pferd mit scheuklappen oder? Weisst Du nicht dass es x-menge unerfahrener Leute (nciht nur jung)
gibt. Oder willst Du sagen dass alle sind Doof ausser dich?
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Astor schrieb:
am 22. April 2010 um 11:28:07
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ja ja
schon erstaunlich wie viele in der it branche arbeiten und dann sowas von sich geben ich schätze mal das jeder 2 in der branche ist
und dann nichts anderes zu tun haben als solche kommentare zu geben
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user123 schrieb:
am 15. April 2010 um 09:48:01
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@Ghost
Du hast sowas von Recht!!! Ich arbeite in der IT-Branche, bin auch viel bei Privatleuten. Was ich da so erlebe, es spottet jeder
Beschreibung. Manche installieren gleich 2 Virenscanner, natürlich geht dann gar nichts mehr. Aber Malware lässt sich auch nicht mehr einschleusen. Insofern... Leute, glaubt nicht Alles, was euch die Softwareindustrie so erzählen will!
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