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Elektronikmärkte: Die Tricks der Technik-Discounter

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Hinters Licht geführt: die Tricks der Technik-Discounter

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(Bild: obs/Metro Group)

Schnäppchen machen möchte jeder – wer hat schon was zu verschenken? Logisch, dass Elektronikmärkte in ihren Prospekten gerade die Preise in besonders großen Lettern hervorheben. Besonders in diesen Wochen, in denen das beginnende Weihnachtsgeschäft manche Durststrecke im Sommer vergessen machen soll, wird getrommelt, was das Zeug hält. Doch die Wahrheit ist: Echte Schnäppchen sind selten, und manchmal entpuppt sich sogar ein vermeintlich einzigartiges Angebot als totaler Reinfall. Wir entlarven die Tricks der Technik-Discounter – mehr in der Foto-Show.

Kaum jemand mag es zugeben, doch in vielen Haushalten zählen die allwöchentlich zum Einkaufssamstag verteilten Prospekte der großen Elektronikmärkte längst zur willkommenen Lektüre. Ein Reigen elektronischer Produkte von der Digitalkamera übers Notebook bis zum Flachbildfernseher weckt regelmäßig den "Haben-Wollen"-Impuls. Billig ist es auch, klar, ist ja ein Discounter – also nix wie hin und zuschlagen? Die cleveren Käufer lassen sich aber nicht so leicht fangen, sie behalten einen kühlen Kopf.

Der wertlose UVP

Erste Regel: Lassen Sie sich nicht von drastischen Preisnachlässen beeindrucken. Satte Abschläge beziehen sich fast immer auf den UVP-Preis, die "Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers". Das klingt zunächst überzeugend, weiß doch der Hersteller am besten, was sein Gerät wert ist, oder? Tatsächlich sind UVP-Preise reine Marketingtricks. Sie sind schon bei neuen Modellen grundsätzlich zu hoch angesetzt und besonders bei älterer Ware fern ab des wahren Marktwertes. Zu diesem Trick greifen Händler besonders gern, wenn die Lager von Auslaufmodellen geräumt werden müssen, weil eine neue Produktgeneration ansteht. Derzeit wird dieses legale, aber nicht ganz faire Spiel besonders gern bei Fernsehern betrieben: So mancher Großbildschirm wird mit einem drastischen Rabatt auf eine unverbindlichen Preisempfehlung feilgeboten, die über ein Jahr alt ist. Insbesondere beim Energieverbrauch aber auch bei der Bildqualität gab es in jüngster Zeit große technische Fortschritte, so dass der Kauf eines älteren Modells selten lohnt. Doch damit nicht genug: Solche UVP-Tricks. Die Verbraucherzentrale NRW hat jüngst bewusste Schreibfehler oder fehlende Typenbezeichnungen in vielen Prospekten beklagt. Der Preisvergleich werde so enorm erschwert.

Prinzip Mischkalkulation

Sind Discounter also gar nicht so billig, wie sie uns weis machen wollen? Doch, aber nicht bei allen Waren. Elektronikmärkte setzen auf eine Mischkalkulation, so wie viele Händler anderer Branchen auch. Einzelne Produkte können durchaus sehr günstig sein. Große Märkte können es sich leisten, zu Werbezwecken Ware vorübergehend zu Tiefstpreisen zu verschleudern. Hier besteht also eine reelle Schnäppchenchance. Bei Computer- und Unterhaltungselektronik ist die Gewinnspanne für den Händler aber grundsätzlich sehr gering. Damit am Ende doch ein Plus herausspringt, wird ein anderer Teil des Sortiments entsprechend teurer verkauft. Gutes Geld bringt besonders "Kleinkram", den man leicht mal dazu nimmt. Oft weit überteuert gehen vor allem Kabel und Adapter über den Ladentisch. 20 Euro für ein HDMI-Kabel fallen wohl nicht so ins Gewicht, wenn man gerade 800 Euro für den Flachbildfernseher gezahlt hat. Nur: Ein solches Kabel ist eben auch für weniger als ein Viertel des Geldes zu bekommen.

Verwirrspiel mit Produktbezeichnungen

Immerhin: Die meisten Elektronikmärkte belassen es in ihren Prospekten nicht mehr nur bei leeren Floskeln und listen inzwischen akkurat auf, welche Komponenten genau etwa in einem Komplett-PC oder Notebook stecken. Der clevere Kunde kann also in der Regel durch eine Internetrecherche herausfinden, ob die mit "Grafik-Power" beworbene Karte bei der Online-Expertenschaft auf die selbe Beigeisterung stößt – zumindest theoretisch. In der Praxis scheitert das hin und wieder an Hürden, die schon der Hersteller aufbaut. Besonders bei Grafikkarten und Prozessoren wird dem Verbraucher ein Dschungel aus Produktfamilien und Modellvarianten zugemutet, in dem sich selbst Fachleute immer wieder verirren. Ein einzelner Buchstabe in der Produktbezeichnung kann über Top-Modell oder Billigkiste entscheiden. Besonders vertrackt wird's, wenn es sich um Sonderanfertigungen handelt. In der Vergangenheit hat sich zum Beispiel das Erfolgsgespann Aldi/Medion immer wieder durch Kreativität hervorgetan. In den meisten Aldi-PC arbeitet eine Grafikkarte, die auf dem Markt so nicht erhältlich und damit auch für Experten vorab schwer einzuschätzen ist. Möglich macht's die Marktmacht der Discounter. Weil diese gerne auf einen bestimmten Preispunkt hin produzieren lassen – etwa die magische 499-Euro-Marke –, müssen die Zulieferer maßgeschneiderte Sonderlösungen entwickeln. Was diese von den regulären Modellen unterscheidet, bleibt dem Kunden meist verborgen.


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