01.02.2010, 15:00 Uhr | Andreas Lerg
Das Auktionshaus eBay beugt sich den Protesten unzufriedener Nutzer. (Quelle: dpa)Das Auktionshaus eBay hat den Nutzerprotesten nachgegeben und den Zwang zum Gratis-Versand nach nicht einmal einem Jahr wieder gekippt. Insbesondere Verkäufer reagierten auf die damaligen Reformen mit Kritik. Doch nutzt eBay die Gelegenheit der erneuten Regeländerung, Verkäufer stärker an die Kandarre zu nehmen.
Um der Abzocke mit überhöhten Versandkosten ein Ende zu bereiten, führte eBay 2009 den Zwang zum kostenlosen Versand ein. Verkäufer mussten ihre Ware in bestimmten Kategorien kostenlos verschicken. Was viele Käufer freute, war vielen gewerblichen Verkäufern ein Dorn im Auge - und das bekam eBay von seinen Nutzern deutlich zu spüren. Denn der größte Online-Marktplatz der Welt begründet das Ende der Regelung mit genau diesen Protesten der Nutzer.
Ab dem 8. Februar wird der kostenlose Versand durch eine Versandkostenobergrenze von 7 Euro ersetzt, die in den Kategorien gilt, für die zuvor der erzwungene Gratis-Versand bindend war. Kategorienunabhängig werden auch Obergrenzen für bestimmte Versandarten wie beispielsweise Waren- und Büchersendungen eingeführt. Mit der neuen Regelung kippt eBay den erzwungenen kostenlosen Versand nach weniger als zwölf Monaten.
Wer so genannter PowerSeller werden möchte, braucht ab April 2010 nur noch 100 erfolgreiche Verkäufe im Jahr oder einen Mindestumsatz von 2500 Euro pro Jahr. Damit setzt eBay die Zulassungshürde für das PowerSeller-Programm drastisch herunter. Bisher musste ein gewerblicher Verkäufer mindestens 300 verkaufte Artikel pro Monat oder 3000 Euro Umsatz pro Monat vorweisen, um sich für das Gütesiegel PowerSeller zu qualifizieren.
Auch an die Bewertungskriterien für Verkäufer legt eBay Hand an. Ab April 2010 müssen Verkäufer höhere Mindeststandards erfüllen. Die detaillierten Verkäuferbewertungen werden strenger gewichtet. Nur zwischen 1,2 und 2,4 Prozent davon dürfen unterdurchschnittlich ausfallen. Bisher waren es zwischen vier und fünf Prozent. Alternativ darf die Anzahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen über einen bestimmten Zeitraum gesehen nicht größer als vier sein. Bisher waren es fünf. Verkäufer, die diesen Maßstab nicht erfüllen, listet eBay in den Suchergebnissen weiter hinten oder schränkt sogar deren Verkaufsaktivität ein.
Weiteres Novum: Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungen müssen PayPal als Zahlungsmittel anbieten. Damit will eBay Käufern das Vertrauen bieten, dass ansonsten eine hohe Zahl an Bewertungen mit sich bringt. Die Möglichkeit, per PayPal zu zahlen, soll das Fehlen eine großen Zahl an guten Bewertungen aufwiegen. Ab dem 25. Februar tritt diese Regelung in Kraft. PayPal ist eBays eigener Zahlungsabwicklungsservice und eigentlich eine gute und sichere Sache. Doch die von PayPal erhobenen Gebühren muss der Verkäufer tragen und darf sie nicht an den Verkäufer abwälzen. Damit muss der Verkäufer die Kosten schultern, die er vorher vermeiden konnte, indem er auf PayPal als Zahlungsmittel verzichtete.
Andreas Lerg
ih schrieb:
am 5. Februar 2010 um 01:52:12
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Endlich können Versandkosten wieder berechnet werden.
Wie soll man z.B. Bücher anbieten, wenn u.U. der Versand teurer ist als der
gebotene Preis. Der Käufer kann schließlich selbst entscheiden, ob er unter Beachtung der Versandkosten bietet. Kann also wieder E-Bay nutzen.
Der Zwang zu Pay-Pal ist wieder eine unnötige Gewinnmaximierung von E-Bay, um von dem Gewinn zu Lasten des Verkäufers nochmals zu partizipieren.
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LOL schrieb:
am 3. Februar 2010 um 10:45:23
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E-Abzocke
Bin schon lange nicht mehr bei E-Bay, hat meiner Meinung nach komplett den Reiz verloren, Waren werden genauso teuer angeboten wie
im Laden, Nischenangebote werden bestraft mit immer mehr Regeln. Da gibts inzwischen viele Alternativen und immer mehr Kunden wissen das, soll der Laden Pleite gehen.....
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Martin Lork schrieb:
am 3. Februar 2010 um 09:11:03
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eBay
Es ist nicht die Firma eBay welche die Umstände generiert, sondern der Kunde!
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