16.12.2009, 13:03 Uhr | Christian Fenselau
Plagiate teurer Golfschläger der Marke Odyssey wurden auf eBay verkauft. (Quelle: Hersteller)
Mit Fälschungen von Luxusartikeln bei Millionen ergaunert: Der bis jetzt wohl größte und spektakulärste eBay-Betrüger sitzt hinter Gittern. Der Täter, der in dunklen Kreisen nur als The Man bekannt war, stammte aus Rainham in der Grafschaft Essex und führte ein skurriles Doppelleben. In seiner englischen Heimat lebte er zurückgezogen in einer alten Sozialwohnung und fuhr einen klapprigen Ford Escort. In Thailand dagegen spielte er den reichen Geschäftsmann mit Luxusyacht und logierte in Golf-Clubs.
The Man war Kopf einer international agierenden Betrügerbande, meldet die englische Zeitung Daily Mail. Er verdiente sein Geld mit dem Verkauf von Plagiaten, die er weltweit bei eBay anbot, auch in Deutschland: Golfschläger, Bälle, Luxus-Accessoires, Kleidung und vieles mehr. Zu den bevorzugten Marken gehörten TaylorMade, Odyssey und Callaway. Die angeblichen Luxusartikel stammten aus chinesischer Produktion und kosteten in der Herstellung einen Bruchteil des Verkaufspreises. Gefälschte Golfschläger zu Kosten von drei englischen Pfund wurden für 100 Pfund bei eBay verkauft. So schützen Sie sich vor eBay-Betrügern
Das Geschäft lohnte sich, der Engländer logierte in thailändischen Golf-Clubs, besaß mehrere Häuser, Aktien von mehr als zwanzig Firmen, ein Restaurant in Australien und war Anteilseigner einer millionenschweren Luxusyacht. Sein spartanisches Leben in England war Teil der Gesamtstrategie – er wollte vor allem niemandem auffallen. Aber die Produkte, die er und seine Bande verkauften, taugten nichts, einige Golfbälle explodierten beim Schlag regelrecht. Machen Sie den Test: Sind Sie ein eBay-Experte?
Das ganze Ausmaß des Betrugs kam jedoch aus anderen Gründen ans Licht: Eine Frau beschwerte sich über zwei Golfschläger, die sie gekauft hatte. Doch ihr Brief blieb unbeantwortet. Daher meldete sie die Angelegenheit dem für Handel zuständigen Amt in Thailand, das die Ermittlungen aufnahm. Mittlerweile sitzt der Brite im Gefängnis. Seine Geschäfte gehen möglicherweise weiter. Nach Meinung der Ermittler sind die Verflechtungen zu groß und verzweigt, von den Herstellern bis hin zu den Drahtziehern. Den Platz des Briten nimmt möglicherweise ein anderer ein. Ein Gerichtsurteil wird für den 25. Januar 2010 erwartet. eBay-Betrüger entlarven Sie mit diesen Anzeichen für unseriöse eBay-Angebote.
Christian Fenselau
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