26.10.2011, 14:06 Uhr | Sascha Plischke
Firefox liest aus dem Buch des großen Browser-Propheten, Adobe folgt dem weißen Hasen ins Wunderland und Facebook spricht wie ein Pirat – wer auf solchen Blödsinn stößt, hat ein "Easteregg" gefunden. Zusätzliche Funktionen, geheime Botschaften oder verrückte Gags – Programmierer und Webdesigner haben überall im Cyberspace solche kleinen Überraschungen versteckt. Wir haben für Sie die kuriosesten Programmierer-Späße in einer Foto-Show zusammengestellt.
Diese "Eastereggs" erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Cyberspace. Google etwa nimmt gerne seine beherrschende Stellung im Internet auf die Schippe: So kündigte das Unternehmen einstmals im Scherz die Ausdehnung der eigenen Such- und Werbestrategie auf den Getränkemarkt an und plante eine Forschungsanlage auf dem Mond – zur Erforschung von Sucheingaben in Schwerelosigkeit. Amazon hingegen ehrte für eine ganze Weile in einem "Easteregg" seinen liebsten Seitenbesucher: David Risher war einst Top-Manager des Konzerns und verantwortlich für Kundenzufriedenheit. Mittlerweile ist das versteckte Gimmick jedoch nicht mehr online.
Ursprünglich stammen "Eastereggs" aus der Software-Welt. Dort versteckten die ersten Programmierer witzige Botschaften für Kollegen im Code ihrer Produkte. Irgendwann sollten aber auch Endanwender teilhaben an den Späßen: Eingeweihte konnten von da an die Überraschungen in den Programmen über spezielle Tastenkombinationen erreichen. So antworteten erste Versionen des Betriebssystems UNIX auf die Eingabe "make love" mit der Frage "not war?". Auf die tiefsinnige Frage "why" antwortete das System trocken: "why not".
Später wurden die "Eastereggs" immer ausgefeilter: So ließen sich Listen mit den Namen aller Programmierer entdecken, manchmal auch Bilder des gesamten Teams. Microsoft spendierte 1997 seiner Textverarbeitung "Word" einen versteckten Flipper – und der Tabellenkalkulation "Excel" einen ganzen Flugsimulator. Den Rekord für das größte "Easteregg" aller Zeiten hält jedoch nach wie vor das Spiel "Pitfall II" für Atari-Computer – am Ende ließ sich hier ein verstecktes Spiel freischalten, das größer und komplexer war als Pitfall selbst.
Die Tradition bleibt jedoch erhalten, auch heute noch finden sich in zahlreichen Programmen und auf Internetseiten versteckte Insider-Scherze. Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop enthält zum Beispiel eine geheime Informationsseite, die nur per Tastenkombination zu erreichen ist. Hier gab es je nach Version eine rote Pille oder einen Weltraum-Affen zu sehen, in der aktuellen Version CS5 ist es ein irre grinsender weißer Hase. Auch Firefox-Hersteller Mozilla ist immer wieder für einen Gag gut. So lässt sich auf der Mozilla-Website mit einem aus alten Videospielen bekannten Trick-Code eine geheime Nachricht aufrufen.
Quelle: t-online.de
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