06.07.2009, 16:55 Uhr | Andreas Lerg
Dell Online-Shop: Kurioser Fehler führt zu Schnäppchenwahn. (Screenshot: T-Online)Peinlich für Dell: 40.000 Laptops gingen für rund 600 statt der eigentlichen 2100 Dollar über den virtuellen Ladentisch. Das ist nicht die erste Preis-Panne in Dells Online-Shop in Taiwan. Das "Ramsch-Desaster" begann letzte Woche mit Monitoren, die versehentlich zu Schleuderpreisen im Shop gelistet waren. Jetzt zog der Hardware-Gigant die Notbremse und nahm den Online-Shop vom Netz. Setzen sich Taiwans Verbraucherschützer durch, könnte aus der Panne ein Millionenverlust für Dell entstehen.
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Die Probleme mit der Preisdarstellung in Dells Online-Shop in Taiwan weiten sich aus. Jetzt zog Dell auf drastische Art und Weise die Notbremse und schloss den Webshop bis auf weiteres. Am Sonntag wurden acht Stunden lang Dell Latitude E4300 Notebooks für 563,40 Dollar verkauft. Dumm nur, dass die Geräte eigentlich fast das vierfache kosten und regulär für rund 2100 Dollar verkauft werden sollten. Wie bei den Monitoren sprach sich das Megaschnäppchen schnell herum und 40.000 Kunden schlugen zu.
Sollte die staatlichen Verbraucherschützer Taiwans ihre Ankündigung durchsetzen, Dell zur Auslieferung aller vom Ramsch-Desater betroffenen Produkte zum Schleuderpreis zu verpflichten, verursacht die Panne einen Millionenschaden. Alleine bei den 40.000 bestellten Laptops entstünde ein Verlust von über 6 Millionen Dollar. Die Consumer Protection Commission soll die Rechte von Verbrauchern wahren und hatte bereits in Sachen der Monitore hunderte Beschwerden erhalten. Dell wollte nach der Monitor-Preispanne die insgesamt 26.000 Kunden, die 144.000 Monitore geordert hatten, mit Rabattgutscheinen gnädig stimmen. Doch die Verbraucherschützer wollen die Auslieferung durchboxen.
Laut der chinesischen Commercial Times kann Dell derzeit nicht sagen, wann der Online-Shop in Thailand wieder ans Netz gehen wird. Die Consumer Protection Commission gibt sich in einer Mitteilung indes unnachgiebig: "Wenn Dells Taiwan-Büro nicht die Macht hat, diese Sache zu entscheiden, dann sollte das Hauptquartier von Dell die Enttäuschen und Entrüstung der taiwanischen Kunden zur Kenntnis nehmen und sehr schnell und ernsthaft mit einem konkreten Vorschlag antworten."
Andreas Lerg
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