Sascha Plischke & Christoph Schmidt
Der Blick in exotische Winkel muss nicht teuer sein. Wenn Sie das Fernweh packt, unternehmen Sie einfach eine virtuelle Weltreise. Abertausende Webcams sind auf Zoo-Gehege, berühmte Orte oder tolle Strände gerichtet. Das Online-Auge erlaubt aber auch jede Menge kuriose Einblicke – etwa die älteste noch brennende Glühbirne der Welt.
Um die Webcam-Antike ranken sich Legenden. 1991 stellten Studenten der Cambridge-Universität Fotos ihrer Kaffeemaschine ins Intranet. Zwei Jahre später schon konnte man sie weltweit bewundern. 2001 wurde sie ab- und in Hamburg wieder aufgebaut - sie steht nun in einer Küche des Spiegel-Verlags.
Heutige Webcams werben für Betriebe oder helfen ihren Besitzern, exhibitionistische Neigungen auszuleben. Sind öffentliche Plätze im Fokus, so hat die Freizügigkeit aber Grenzen: Personen, die durchs Bild wandeln, genießen Persönlichkeitsschutz. Ihr Gesicht darf nicht zu erkennen sein. Es bedarf nur einer Suchanfrage und weniger Klicks, schon zeigt der Bildschirm sensible Daten geheimer Überwachungskameras. Manche dieser Bilder wurden mit Absicht ins Netz gestellt, als öffentliche Webcam. Viele aber sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, zeigen Büroräume und Lager in Firmengebäuden. Manche beobachten sogar nächtliche Wohnzimmer oder überwachen den Haushund im Schlaf. Über das Internet erreichbar sind diese Kameras, damit ihre Besitzer von überall um den Globus darauf zugreifen können. Weil viele dieser Kamerabetreiber aber vergessen, den automatischen Spürhunden von Suchmaschinen wie Google den Weg zu versperren, stehen die Kameras der weltweiten Netzgemeinde offen.
Der erschreckend schlechte Schutz fällt zunächst nicht auf. Der Betreiber hält den Zugang zu den Kameras per Passwortabfrage für ausreichend geschützt. Die Suchprogramme von Google und Co., die täglich das Netz durchforsten, finden jedoch einen Weg um diese Barriere herum. Ihnen muss ausdrücklich die Aufnahme bestimmter Seiten in den Google-Index verboten werden. Geschieht dies nicht, bringt eine geschickt konstruierte Suchanfrage jeden Internet-Nutzer an das gewünschte Ziel. Hier finden Sie intime Einblicke geheimer Kameras mit Google.
Der Trick: Statt nach Stichwörtern wie "Webcam" oder "Sicherheitskamera" muss nach charakteristischen Teilen der Webcam-URL gesucht werden. Diese Code-Ausschnitte sind für bestimmte Kameratypen identisch und wurden von Google registriert. Eine Recherche nach diesen kryptischen Suchwörtern führt ohne Umwege ans Ziel: Tausende Webcams in Asien, den USA oder Europa stehen dem neugierigen Auge offen. Google selbst kann gegen dieses Paradies für Voyeure wenig ausrichten. Eine Sperre würde auch viele öffentliche Webcams unauffindbar machen. Nur die Betreiber können wissen, ob gesendete Bilder vertraulich bleiben müssen oder nicht. Dann hilft das einfache Setzen einer "NoFollow"-Anweisung in den für Suchmaschinen lesbaren Befehlsdokumenten im eigenen Webspace, und der intime Blick hinter die Kulissen bleibt Unbefugten verwehrt.
Einfach eine der Suchanfragen bei Google einfügen. Die Suchmaschine spuckt dann eine ganze Reihe
von Kamera-Links aus.
Sascha Plischke & Christoph Schmidt
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Spezialkollektion für jede Kör-
perform: perfekt für Business und Freizeit. zum XXL-Special
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Edle Design-Möbel, die Platz sparen und Stauraum bieten - jetzt günstig!
von FASHION FOR HOME
Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr
Neues Oberklassen-Smartphone mit 4,7-Zoll-Display. zum Video