08.07.2011, 13:16 Uhr | Andreas Lerg / Sascha Plischke
Viele Banken ersetzen das alte iTAN-Verfahren gegen das neuere ChipTAN-Verfahren (Foto: Postbank).
Die Angst vor Betrug und finanziellem Verlust hält ein Viertel der deutschen Internet-Nutzer davon ab, Online-Banking zu betreiben. Die Zahl der Online-Betrugsfälle steigt und damit auch die Zahl der Skeptiker.
Vor allem aus Angst vor Betrug nutzt ein Viertel der deutschen Internet-Nutzer kein Online-Banking. Das ermittelte eine Sonderstudie im Rahmen des "Nonliner Atlas 2011", der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie hatte das Bankdienstleistungsunternehmens Fiducia in Auftrag gegeben. Damit stieg die Zahl der Verweigerer weiter an, denn im Jahr 2009 waren es noch 20 Prozent. Selbst bei den Internet-Nutzern, die Online-Banking bereits eingesetzt haben, verzichten derzeit 13 Prozent auf die Nutzung. Bei der Frage nach den Gründen zeigte die Studie, dass drei viertel der Befragten aus Angst vor Betrug auf die Abwicklung von Bankgeschäften via Internet verzichten.
Jens-Olaf Bartels, Chef des Bankdienstleistungsunternehmens Fiducia, sprach bei den Ergebnissen der Studie von einem "signifikant sinkenden Vertrauen, wenn es um Online-Banking geht." Die Methoden, mit denen Online-Kriminelle bei einem virtuellen Bankraub vorgehen, sind vielfältig. Mal werden Bank-Kunden mit Phishing-Mails dazu aufgefordert, auf gefälschten Bank-Seiten im Internet ihre Benutzerkennung, PIN und TAN einzugeben. Mal sind es Spionageprogramme, die über Botnetze Bank-Zugangsdaten ausspähen sollen. Im April diesen Jahres wurde mit dem Coreflood-Botnetz das größte Botnetz abgeschaltet, das dem Diebstahl von Zugangsdaten für Online-Banking diente.
Wie sicher sind iTAN, mTan und chipTAN? zum Video
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie, die der Branchenverbandes BITKOM Ende Juni veröffentlicht hat. Demnach fühlen sich 85 Prozent aller Internet-Nutzer von Online-Kriminalität bedroht, 2010 waren es noch 75 Prozent. Drei Viertel der Nutzer verzichten wegen der Bedenken auf bestimmte Aktivitäten: 39 Prozent schicken wichtige Dokumente per Post statt per Mail. 16 Prozent sparen sich gleich jede Art von Transaktion im Netz. Gleichwohl verzichtet ein Viertel aller Internet-Nutzer auf ein Virenschutzprogramm und 30 Prozent auf eine sogenannte Firewall, die den Datenverkehr des Rechners mit der Außenwelt kontrolliert.
Tatsächlich ist die Online-Kriminalität in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Laut Bundeskriminalamt sind 2010 rund 5300 Fälle von Phishing bekannt geworden, 82 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei lag die durchschnittliche Schadenssumme bei rund 4000 Euro pro Fall. Laut BKA-Präsident Ziercke haben Cyber-Kriminelle inzwischen spezielle, auf den deutschen Markt ausgerichtete Trojaner entwickelt, die das gängige Itan-Verschlüsselungsverfahren der Banken erfolgreich angreifen können. Beim Online-Banking sollte deshalb unbedingt auf neuere Verfahren wie mTAN oder chipTAN umgestiegen werden.
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Ratgeber Vor- und Nachteile von Internetbanken
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