13.02.2009, 09:23 Uhr | Sascha Plischke
Microsoft-Chef Ballmer: Konzern macht Jagd auf Viren-Autoren. (Foto: dpa)macht Ernst: Im Zuge einer konzertierten Aktion zum Schutz von Windows-Nutzern hat der Konzern ein Kopfgeld auf den Autoren des gefährlichen Conficker-Wurms ausgesetzt. Der Wurm befällt ungepatchte Computersysteme und kann lokale Netzwerke durch seine Signale überlasten, Millionen Computer sollen bereits infiziert sein. 250.000 Dollar will Microsoft nun für Hinweise zahlen, die zur Ergreifung der Urheber der aktuellen Wurmplage führen.
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Mit dieser Belohnung will Microsoft nun Druck auf den Wurm-Autoren ausüben. Die Kopfgeld-Strategie hat sich in der Vergangenheit bereits für den Konzern bewährt: So lieferten nach Auslobung eines ähnlichen Betrags zwei Deutsche den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Autoren der Internet-Würmer Sasser und Netsky. Zuvor hatte Microsoft bereits mit einigem Erfolg mit einem Kopfgeld Jagd auf die Autoren der Schädlinge Lovsan/Blaster und Sobig gemacht.
Das Kopfgeld ist dabei Teil einer größeren Strategie des Konzerns, um Conficker den Garaus zu machen. So will Microsoft in Zukunft eng mit der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) zusammenarbeiten, dem zentralen Verwaltungsorgan des Internet. Hier wird ein Großteil des Internetverkehrs geregelt. In ihrer Vereinbarung haben sich ICANN und Microsoft darauf geeinigt, alle Server und IP-Adressen schnellst möglich zu sperren, mit denen Conficker Kontakt aufnimmt oder von denen er Steuerungssignale bezieht.
Der Wurm hat sich indes zu einer echten Gefahr entwickelt. Der Schädling richtet zwar selbst keinen direkten Schaden an, kann aber nach der Infektion eines Computers weitere Schadsoftware nachladen. Außerdem erzeugt er durch seine selbsttätige Verbreitung soviel Datenverkehr, dass auch stabile lokale Netzwerke darunter zusammenbrechen können. Diese Erfahrung mussten unlängst gleich mehrere britische Krankenhäuser machen. Auch die französische Luftwaffe wurde von Conficker in Mitleidenschaft gezogen: Zeitweise konnten französische Kampfflugzeuge nicht starten, weil keine Navigationsdaten zur Verfügung standen.
Für private Computer ist der Wurm jedoch kaum eine Gefahr. Conficker verbreitet sich nur über ungepatchte Rechner, und wer sein System stets auf dem neuesten Stand hält ist gegen eine Infektion gefeit. Computer in professionellen Netzwerken in Unternehmen oder Behörden werden viel langsamer auf den neuesten Stand gebracht, weil jedes Update zunächst aufwändig auf Kompatibilität mit dem Gesamtsystem geprüft werden muss.
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Sascha Plischke
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