03.02.2010, 10:10 Uhr | Andreas Lerg
Der gefürchtete Conficker-Wurm soll mittlerweile knapp 15 Millionen PC befallen haben. (Foto: t-online.de)Der Computer-WurmConficker hat das Computersystem der Polizeibehörde im englischen Manchester komplett lahm gelegt. Drei Tage lang konnten die Beamten die Computer nicht benutzen und wurden unter anderem von der nationalen Polizei-Datenbank getrennt. All das, weil wohl ein Kollege den Wurm mit einem USB-Stick eingeschleppt hatte. Für Manchester ist das nicht die erste Conficker-Infektion.
Am Freitagabend verbreitete sich der Conficker-Wurm in kürzester Zeit über das Netzwerk auf allen Computern der städtischen Polizei. Wie die Zeitung Manchester Evening News berichtet, brach kurz darauf die Internet-Anbindung ab und die E-Mail-Konten wurden unbrauchbar. Als erste Sicherheitsmaßnahme wurde das Computernetzwerk von der nationalen Datenbank Police National Computer getrennt, über die die Überprüfung von Personen, Strafregistern und Fahrzeugdaten erfolgt. Die Beamten mussten Abfragen der Datenbank telefonisch von Kollegen auswärtiger Dienststellen erbitten.
Computer-Experten arbeiteten drei Tage lang, um das Netzwerk und sämtliche Computer von dem Conficker-Wurm zu befreien und das gesamte System wieder funktionstüchtig zu machen. Die Polizei geht nicht davon aus, dass es sich bei dem peinlichen Zwischenfall um einen absichtlichen und gezielten Angriff auf das Computer-System der Dienststelle handelte. Für die Polizei gilt nun ein striktes Verbot für private USB-Sticks. Denn die Experten vermuten, dass ein solcher Stick eventuell dem Wurm als Hintertür auf das Netzwerk der Wache gedient haben könnte. Genauere Untersuchungen sollen die Ursache der Infektion aufklären.
Auch die Stadtverwaltung von Manchester war bereits Opfer des Conficker-Wurms. Im Sommer 2009 legte der Schädling das Computer-Netz der Verwaltung lahm und verhinderte unter anderem die Zustellung von Knöllchen. Die Instandsetzung des Systems kostete den britische Steuerzahler etwa 1,5 Millionen Pfund.
Conficker ist auch unter den Namen Downup, Downadup, Dumprep und Worm.Win32/Conficker bekannt und tauchte bereits im Oktober 2008 auf. Er infiziert vorwiegend Computer, die Windows XP als Betriebssystem nutzen, wobei aber auch andere Versionen der Microsoft-Betriebssystems gefährdet sind. Conficker befiel seit seinem Erscheinen knapp 15 Millionen Computer. Im Februar 2009 setzte Microsoft sogar ein Kopfgeld von 250.000 US-Dollar für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Entwicklers von Conficker führen.
Um Viren wie Conficker abzuwehren, gelten die klassischen Sicherheitsregeln für Computer: Auf dem PC sollten ein bekannter Virenscanner und eine Firewall installiert und auch aktiviert sein. Der Virenscanner sollte nach Möglichkeit täglich aktualisiert werden, damit die Software auch neue Schädlinge entlarven kann. Kostenlose als auch kostenpflichtige gibt es bei Softwareload. Zudem sollten Sie regelmäßig als auch die installierte Software, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Damit sollten Sie vor versteckten Viren auch auf seriösen Seiten geschützt sein.
Andreas Lerg
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