01.07.2009, 15:17 Uhr | Andreas Lerg
Manchester muss auf 43.000 Pfund Knöllchengeld verzichten.Da lacht das Autofahrerherz. Erwischt und doch kommt kein Knöllchen. Dank des Conficker-Wurms, der Anfang des Jahres weltweit sein Unwesen trieb, muss die britische Stadt Manchester Strafzettel im Wert von über 43.000 britische Pfund abschreiben. Was den Autofahrer freut, ärgert den Steuerzahler, denn: In der nordenglischen Stadt beläuft sich der finanzielle Schaden durch den digitalen Störenfried auf rund 1,5 Millionen Pfund. Und wer zahlt wie immer die Millionen-Zeche?
Wer in Manchester mit seinem Auto auf der Busspur fährt und erwischt wird, der zahlt. Oder auch nicht. Die automatischen Kameras erwischten im Februar insgesamt 1609 Verkehrssünder. Der Strafzettel muss nach britischem Verkehrsrecht binnen 28 Tagen zugestellt werden, damit er wirksam wird. Doch die Computer der Stadtverwaltung wurden vom Conficker-Wurm lahmgelegt, sodass die Frist verstrich und die betroffenen Autofahrer ungeschoren davon kamen.
Die fehlenden 43.000 britischen Pfund belasten den Stadtsäckel aber nicht so schwer, wie die Kosten, die die Widerherstellung der Computersysteme verschlang. Hier musste Manchester 600.000 Pfund auf der Ausgabenseite verbuchen. Weitere 170.000 Pfund kostete zusätzliches Aushilfspersonal, das benötigt wurde, um liegen gebliebene Anträge auf Sozialleistungen abzuarbeiten. Alles in allem sorgte Conficker in der britischen Metropole für einen Schaden von 1,5 Millionen Pfund.
Andreas Lerg
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