26.01.2010, 12:23 Uhr | Andreas Lerg
Der Virus Zimuse zerstört die Festplatte. (Bild: Bitdefender)Brandgefährlich: Ein neuer Schädling namens Win32.Worm.Zimuse.A aus dem greift die Hardware des Computers an. Trojaner spionieren heutzutage Daten aus oder kapern einen PC für ein Botnetz. Zimuse aber schlägt bei der Festplatte zu und zerstört die dort gespeicherten Daten und damit das ganze System. Zimuse tarnt sich als harmloser IQ-Test auf einer Internet-Seite.
Der neue Schädling ist eine Art Mischung aus Virus und Wurm, denn er schadet dem Computer wie ein Virus, nutzt aber die Verbreitungsmechanismen eines Wurms. Zimuse existiert derzeit in zwei Varianten und tarnt sich als scheinbar harmloser IQ-Test den Sie auf einer Webseite nutzen können. So schleicht er sich auf dem Computer des unvorsichtigen Nutzers ein. Die Sicherheitsexperten von Bitdefender haben den Schädling analysiert. Er schlägt nach der Infektion nicht sofort zu, sondern nistet sich erst einmal ein und verteilt rund ein Dutzend Kopien von sich selbst an verschiedenen Stellen im System.
Hat Zimuse zugeschlagen, gibt es kein bootbares Betriebssystem mehr. (Bild: Bitdefender)Hat sich Zimuse so erfolgreich etabliert, wartet er je nach Variante zwischen 20 und 40 Tage, bevor er an sein zerstörerisches Werk geht. Dann überschreibt er den sogenannten Master Boot Record (MBR) der Festplatte. Der MBR ist in etwa mit einem Inhaltsverzeichnis vergleichbar und legt fest, wie die Festplatte aufgeteilt und organisiert ist. Daher bedeutet die Löschung des MBR den Totalverlust der auf der Platte gespeicherten Daten und damit den Tod des Systems. Denn beim Hochfahren meldet ein schwarzer Bildschirm dann, dass kein bootbares Betriebssystem vorhanden ist.
Da dieser Schädling anfangs über eine längere Wartezeit still hält, fällt dem Nutzer nach dem vermeintlichen IQ-Test nicht auf, dass sein Computer infiziert ist. Das Unheil beginnt dann mit einer Fehlermeldung. Der Nutzer wird aufgefordert, sein System neu zu starten. Tut er das, wird während des Neustarts der MBR gelöscht und der Computer ist damit unbrauchbar. Es gibt Tools wie Partition Find and Mount, mit denen Sie den MBR wieder reparieren können. Gelingt das, ist der Computer danach wieder funktionsfähig. Misslingt die Reparatur des MBR, bleibt nur die Formatierung der Festplatte und die Neuinstallation des gesamten Systems.
Auf dem PC sollten immer ein zuverlässiger Virenscanner und eine Firewall installiert und auch aktiviert sein. Der Virenscanner sollte nach Möglichkeit täglich aktualisiert werden, damit die Software auch neue Schädlinge entlarven kann. Seriöse kostenlose als auch kostenpflichtige gibt es bei Softwareload. Zudem sollten Sie regelmäßig als auch die installierte Software, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Damit sollten Sie vor versteckten Viren auch auf seriösen Seiten geschützt sein.
Andreas Lerg
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