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Computer aufrüsten: Bessere Hardware statt neuem PC

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Bessere Hardware statt neuem PC

24.03.2009, 17:29 Uhr | Yaw Awuku

PC-Hardware aufrüsten kann die bessere Alternative zu einem neuen Computer sein. (Foto: t-online.de)

PC-Hardware aufrüsten lohnt sich. (Foto: t-online.de) (Quelle: t-online.de)

Sanieren oder wegwerfen? Das ist die Frage, wenn der Computer in Windows nur noch die Sanduhr anzeigt. Dabei gibt es einen neuwertigen Desktop-PC schon für weniger als 300 Euro. Bei diesen Preisen wird die Frage, ob sich die Investition in einen alten PC überhaupt noch lohnt, oft erst gar nicht gestellt, sondern gleich zugegriffen. Doch das Aufrüsten alter Hardware-Komponenten macht in vielen Fällen mehr Sinn als ein kompletter Computer-Neukauf.

Wer darüber nachdenkt, seinen alten Computer mit ein paar leistungsstärkeren Komponenten aufzurüsten, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass dies mit einigem Aufwand verbunden sein kann. Der Austausch einer alten Festplatte zum Beispiel ist zwar recht schnell erledigt, aber auf das neue Modell müssen auch noch die alten Daten überspielt werden. In jedem Fall ist abzuwägen, ob der Aufwand für das Aufrüsten einzelner oder vieler Komponenten im Verhältnis zum erwarteten Nutzen oder der Leistung eines billigen Neu-Computers steht.

Die Hardware-Inventur

Um diese Frage besser beantworten zu können, sollte klar sein, wofür der Leistungszuwachs gebraucht wird. Zum Beispiel ist für einen Spiele-Computer eine schnelle Grafikkarte wichtiger als für einen Media-Center- oder einen Büro-PC. Sind Sie sich sicher, dass nur noch ein Hardware-Upgrade die gewünschte Leistung bringen kann, wird es Zeit, Ihr System genau unter die Lupe zu nehmen. Erst nach einer gründlichen Inventur können Sie feststellen, welche Aufrüst-Optionen offenstehen und die Kosten gegen den Nutzen abwägen. Mittels Analyse-Programmen wie beispielsweise der Freeware System Information for Windows stellen Sie fest, welche Komponenten in Ihrem PC stecken - ohne den Computer aufzuschrauben. Die Software liefert eine komplette Auswertung Ihrer Hardware wie CPU, Chipsatz, Grafikkarte und Steckplätze. Außerdem kann über den Menüpunkt Benchmarks die aktuelle Performance Ihres Computers getestet werden.

Flüssiger Windows-Betrieb mit mehr Arbeitsspeicher

Einer der beliebtesten Handgriffe, um den Computer wieder auf Touren zu bringen, ist die Vergrößerung des Arbeitsspeichers (RAM). Kein Wunder - denn eine üppige RAM-Ausstattung verspricht kürzere Ladezeiten zum kleinen Preis. Ein Gigabyte Arbeitsspeicher ist für weniger als 20 Euro erhältlich. Dennoch bedeutet mehr RAM nicht immer gleich mehr Leistung: Für mehr als drei Gigabyte RAM brauchen Sie ein Betriebssystem mit 64-Bit. Die Standardversionen von Windows XP, Windows Vista und Windows 7 unterstützen jedoch nur 32-Bit. Für den flüssigen Betrieb der meisten Anwendungen reichen unter Windows XP ein Gigabyte und unter Windows Vista und Windows 7 zwei Gigabyte vollkommen aus. Für anspruchsvolle Bild- und Videobearbeitungsprogramme sowie für hochauflösende Spiele sind jedoch mehr als drei Gigabyte sinnvoll. Sollten Sie kein 64-Bit Betriebssystem besitzen, können Sie Windows mit Hilfe einiger BIOS-Tricks anpassen und so bis zu vier Gigabyte RAM nutzen.

Strom sparen mit neuem Netzteil

Eine lohnenswerte Investition in einen alten Computer ist ein energieeffizientes und damit kostensparendes PC-Netzteil. Das oft unbeachtete Bauteil wandelt den Strom aus der Steckdose für die anderen PC-Komponenten um. Alte Netzteile erweisen sich dabei oft als wahre Stromfresser, die selbst unter halber Auslastung nur 60 bis 70 Prozent des Stroms in den PC weiterleiten und damit mehr Energie verbrauchen als nötig. Der 80-Plus-Standard garantiert, dass Netzteile mit dem entsprechenden Logo sogar bei voller Auslastung mindestens 80 Prozent des Stroms nutzen. Mit einem Einstiegspreis von unter 40 Euro schonen die stromsparenden Netzteile auch das Portmonee. Sie sollten jedoch darauf achten, dass Anschlüsse und Watt-Leistung eines neuen Netzteiles auch für Ihre Grafikkarte geeignet sind.

Ein klarer Fall: Die Festplatte

Für den Austausch einer alten Festplatte sprechen drei Gründe: Mehr Speicherplatz, kürzeren Lade- und Speicherzeiten und nicht zuletzt weniger Arbeitsgeräusche. Bei den Harddisks wird zwischen zwei Anschluss-Standards unterschieden: SATA und IDE. Moderne SATA-Festplatten - in den Varianten SATA I und SATA II - sind praktisch in allen Computern seit 2005 vorhanden. Im Vergleich zu den älteren IDE-Festplatten, ermöglichen sie einen höheren Datentransfer und lassen sich zudem leichter einzubauen. Die untere Preisgrenze für eine 250 Gigabyte große SATA-Festplatte liegt bei etwa 50 Euro. Verfügt Ihr Computer nicht über die notwendige SATA-Schnittstelle, empfiehlt es sich, den Anschluss per PCI-Steckkarte nachzurüsten. Die zusätzlichen Kosten liegen bei ungefähr zehn Euro. Wer darauf verzichten möchte den Computer aufzuschrauben, kann sich alternativ nach einer externen Festplatte umschauen. Preislich macht das zwar kaum einen Unterschied, aber auch mit einem USB 2.0-Anschluss erreichen die externen Festplatten längst nicht die Geschwindigkeit der einzubauenden Harddisks.

Grafik-Upgrade für bessere Performance

Mit einer neuen Grafikkarte lässt sich der größte Leistungsanstieg bewirken – zumindest theoretisch. Denn selbst die beste Grafikkarte kann ihr volles Potential nur entfalten, wenn sie nicht von einem lahmen Prozessor gebremst wird. Zudem sollte das Mainboard einen Steckplatz für Grafikkarten mit PCI-Express-Anschluss haben. Denn gegenüber den älteren AGP-Grafikkarten bieten diese sehr viel mehr Leistung. Ein Grafikkarten-Upgrade ist also nur sinnvoll, wenn für dieses Upgrade nicht mehrere Komponenten gleichzeitig ausgetauscht werden müssen. Eine genaue Systemdiagnose ist an dieser Stelle daher besonders wichtig. Beim Kauf einer neuen Grafikkarte sollten Sie mindesten 70 Euro einplanen. Mehr als 200 Euro sind jedoch eher etwas für Grafik- und Spielspezialisten.

Mehr Rechenleistung mit neuer CPU

Die Investition in einen neuen Prozessor (CPU) kommt eher für sehr rechenintensiven Programmen zum Beispiel beim Videoschnitt oder zur dem Rendering von 3D-Grafiken in Frage – darunter fallen auch anspruchsvolle Spiele. Dabei sind grundsätzlich zwei Dinge grundsätzlich zu beachten: Erstens, besitzt das Mainboard den richtigen Sockel für die neue CPU und zweitens, haben Mainboard und CPU denselben Front Side Bus (FSB)? Hinzu kommt, dass die aktuellen Prozessoren für verschiedene Anwendungsbereiche unterschiedlich gut geeignet sind. Nutzen Sie hauptsächlich viele Programme gleichzeitig ist ein Vier-Kern-Prozessor die optimale Wahl. Für Spielfreaks lohnt sich eher eine CPU mit einem oder zwei Kernen und höherer Taktrate (Gigahertz). Beim Austausch eines Prozessor ist doch zu großer Vorsicht geraten. Da die CPU sehr dicht an der Hauptplatine sitzt, ist der Einbau nichts für Anfänger - ein falscher Griff und der PC macht keinen Mucks mehr.

Hardware aufrüsten für wenig Geld

Trotz der Niedrigpreise neuer PCs, ist das Aufrüsten einzelner Komponenten immer noch eine lohnenswerte Alternative. Ein bis zwei Jahre alte Rechner lassen sich meist mit geringem Aufwand und für weniger als 300 Euro wieder in Schwung bringen. Besonders kostensparend ist der Austausch eines alten Netzteils gegen eine energieeffiziente Alternative. Auch mit einem größeren Arbeitsspeicher lässt sich auf einfache Art viel erreichen. Bei Computern mit veralteten Hauptplatinen wird ein effektives Hardware-Upgrade jedoch schwierig. Unterstützt das Mainboard nicht die derzeit gängigen Anschlüsse und Prozessoren-Typen, kann das Upgrade höchstens ein wenig Zeit schinden bis der Rechner wieder an den neusten Anwendungen scheitert. In diesem Fall ist sicherlich die Investition in einen neuen Rechner angebracht.


Quelle: t-online.de

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