vom Tue Sep 15 12:33:35 CEST 2009 | Andreas Lerg
BSI warnt vor Google Wave (Bild: Google).
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor -Diensten wie dem Online-Office Google Docs und dem Google-Browser Chrome und rät nun auch zu Vorsicht im Umgang mit Googles neuem Kommunikationstool Google Wave. Das BSI bewertet kritisch, dass bei der Nutzung dieser Angebote sämtliche Daten der Nutzer auf den Servern des Suchmaschinengiganten liegen. Der Vorwurf des Bundesamts: Der Nutzer verliere so die Kontrolle über seine Daten.
Mit dem neuen Dienst Wave plant Google, die Kommunikation im Internet auf völlig neue Füße zu stellen. Mailen, chatten, Dokumente gemeinsam bearbeiten, Fotoalben austauschen, gegeneinander Schach spielen, Bloggen, das alles in Echtzeit, jeder mit jedem – so will Google das Internet einmal mehr revolutionieren. Doch die Sicherheitsspezialisten des BSI raten jetzt davon ab, Google Wave überhaupt zu nutzen. Hier wie bei anderen Google-Diensten auch sei der Datenschutz nicht ausreichend gewährleistet.
"Die Nutzung von Google Wave (ebenso wie eine Nutzung der anderen Google-Dienste) ist sowohl aus IT-sicherheitstechnischen Gründen als auch aus Sicht des Datenschutzes aktuell nicht zu empfehlen", heißt es im aktuellen Lagebericht IT-Sicherheit für das 2. Quartal 2009 des BSI. Grund: Da alle Daten auf den Servern von Google liegen verliere der Nutzer vollständig die Kontrolle darüber, was mit seinen Daten geschieht.
Der gleiche Vorwurf gelte für Google Mail, Docs und Calendar sowie andere Online-Dienste des Suchmaschinengiganten. Auch hier haben die Nutzer keinen unmittelbaren Zugriff auf ihre Daten mehr, Adressen, Termine und ganze Dokumente sind ausschließlich auf Google-Servern gespeichert. Das BSI fordert in diesem Zusammenhang eine "verteilte, gesicherte und kontrollierbare Datenhaltung" für die bei Google abgelegten Informationen. Im Klartext: Der Nutzer soll wissen, wo genau und in welcher Form seine Daten gespeichert werden, letzteres idealerweise auch bei anderen, nicht von Google kontrollierten Servern. Zudem soll der Nutzer stets völlige Verfügungsgewalt über seine Daten haben.
Andreas Lerg
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