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Bundesregierung plant Pflicht-Virenschutz und Beratungsstelle für Virenbefall

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Regierung will Virenschutz zur Pflicht machen

08.12.2009, 09:44 Uhr | dpa, AFP

Bundesregierung plant Pflicht-Virenschutz für Internetnutzer und Beratungsstelle für PC-Nutzer. (Archivfoto: dpa) Virenschutz soll Pflicht für Internetnutzer werden. (Archivfoto: dpa)Die Bundesregierung macht ernst im Kampf gegen : Im nächsten Jahr soll eine Beratungsstelle PC-Nutzern beim Entfernen von helfen. Ein soll zudem Pflicht für Internetnutzer werden. Wer sich weigert, Sicherheits-Software zu installieren, muss mit Sanktionen rechnen.

Mit einem europaweit einzigartigen Projekt sagt die Bundesregierung der Virenlast auf privaten Computern den Kampf an. Schon in der ersten Jahreshälfte 2010 sollen PC-Nutzer auf die Hilfe einer Beratungsstelle zurückgreifen dürfen, mit der sie ihre Computer zuhause von Viren befreien können. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) stellten das Vorhaben am Dienstag beim IT-Gipfel der Bundesregierung in Stuttgart vor.

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Internetseite soll auf Virenbefall hinweisen

Dem Projektentwurf zufolge haben Internetzugangsanbieter längst die technische Möglichkeit, vireninfizierte Computer bei ihren Kunden auszumachen. Denn ist der PC in ein sogenanntes eingegliedert, nutzt der Anschluss das Internet massiv mit einem bestimmten Muster. Botnetze missbrauchen gekaperte Computer beispielsweise für Angriffe auf Internetseiten oder den Spamversand. Laut Plan sollen Internetanbieter ihre Kunden auf die Viren hinweisen - etwa per Post oder Telefon. Angedacht ist auch eine Internetseite, die sich bei jeder Einwahl ins Netz automatisch aufbaut, falls auf dem Computer Viren lauern.

Sicherheits-Software im Internet herunterladen

Auf dieser Internetseite finden Besitzer infizierter Computer ab April 2010 Reinigungsprogramme wie und Hilfestellungen. Helfen die Virenkiller vom Bund nicht weiter, können sich Nutzer an ein 40 Mitarbeiter starkes Call-Center wenden, das per Telefon eine Anleitung und Tipps zur Virenbekämpfung gibt. Der Service soll laut Projektskizze kostenlos nutzbar sein, insofern sich der jeweilige Internetanbieter an dem Projekt beteiligt. Die Absprache mit den DSL-Dienstleistern wie der Deutschen Telekom laufen "auf Hochtouren".

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Jeder vierte PC in Deutschland virenverseucht

Die Projektplaner schätzen, dass in Deutschland bis zu einem Viertel aller Computer mit Viren befallen ist - bei 60.000 Neuinfektionen jeden Monat. Mit den infizierten PC plündern die Kriminellen Bankkonten über das oder verschicken . Das BSI beabsichtigt mit dem Projekt, Deutschland aus der Top Ten-Liste der Länder zu bekommen, dessen Computern für Internet-Kriminalität missbraucht werden.

Internet-Sanktionen bei befallenem PC

Weiter ist geplant, dass Kunden mit Sanktionen rechnen müssen, wenn sie ihren PC nicht von Viren befreien. "Wer im Internet ohne Virenschutz unterwegs ist, gefährdet andere Nutzer in etwa so, wie ein Autofahrer, der mit kaputten Bremsen unterwegs ist", sagte eco-Fachbereichsleiter Sven Karge. Noch ist unklar, welche Sanktionen dies sein werden. Laut einer eco-Sprecherin seien diese nicht als Strafe für unwillige Verbraucher gedacht, "sondern als Sicherheitsgarantie für alle anderen Kunden". Das Projekt soll testweise für ein Jahr laufen. Zu den Kosten gibt es noch keine Informationen. Wie Sie bereits jetzt einen Computer effektiv von Viren befreien, zeigt der PDF-Download Virus! Was nun? In 12 Schritten virenfrei im Computer Insider. Umfangreiche PC-Sicherheit bietet die preisgekrönte Security-Suite Norton Internet Security 2010.


Bitkom warnt vor Zunahme bei Phishing

Dem Branchenverband Bitkom zufolge ist bereits jeder zweite deutsche Internetnutzer schon einmal Opfer von Kriminalität im Internet geworden. Die meisten hatten es dabei mit Computerviren oder anderen schädlichen Programmen zu tun. Die Zahl der -Fälle, bei denen Kriminelle Passwörter für das Online-Banking abfangen, soll dieses Jahr um gut 50 Prozent steigen. Von etwa elf Millionen Euro Gesamtschaden wird ausgegangen - die Tendenz sei weiter steigend. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner forderte unterdessen schärfere Gesetze gegen Internetbetrug.

Staat muss maßgebliche Rolle einnehmen

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wirbt für mehr Sicherheit im Internet. "Wir brauchen dazu eine neue Vertrauensbasis zwischen Staat und Internetnutzer", sagte der Minister im Rahmen des IT-Gipfels. Es gebe den Generalverdacht, der Staat wolle alle Netznutzer überwachen. Auf der anderen Seite müsse klargemacht werden, dass auch das Internet nicht ohne Regeln funktioniere. "Diese Kluft müssen wir überwinden." Bislang seien vor allem private Firmen für die Sicherheit im Internet verantwortlich. Ohne eine maßgebliche Rolle des Staates werde es jedoch auch für die privaten Nutzer keine freie und allgemein sichere Kommunikation im Netz geben.



dpa, AFP  

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