09.10.2009, 10:22 Uhr | Andreas Lerg mit Material der dpa
BKA-Chef Jörg Ziercke (rechts) und Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf warnen vor Internet-Verbrechen. (Quelle: dpa)Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt: Internet-Kriminalität in Deutschland nimmt massiv zu und die werden immer professioneller, die Beutezüge immer erfolgreicher. Knapp 24 Millionen Deutsche waren bereits einmal Opfer von Straftaten im Internet – das ist jeder zweite Nutzer. Bis zum Jahresende wird der Gesamtschaden durch Online-Kriminelle auf 11 Millionen Euro geschätzt. Und wer -Opfer wird, den trifft es hart: Durchschnittlich 4800 Euro räumen die "digitalen Bankräuber" vom Konto der Opfer.
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Das BKA kennt laut dem Präsidenten des deutschen Bundeskriminalamts Jörg Ziercke auch Einzelfälle, bei denen sich der Schaden auf bis zu 70.000 Euro beläuft. Auf Basis der Daten der Landeskriminalämter rechnet Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf für dieses Jahr mit bis zu 2900 angezeigten Phishing-Fällen: "Nach unserer Hochrechnung steigt der Schaden um 56 Prozent auf etwa 11 Millionen Euro". Im letzten Jahr wurden 1900 Phishing-Fälle alleine beim Online-Banking gemeldet. Dabei räumten die Betrüger insgesamt sieben Millionen Euro von den Konten ihrer Opfer ab.
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Zierckes Erkenntnissen zufolge sind die neben Bankdaten auch an allen Informationen interessiert, die sie für ihre kriminellen Zwecke nutzen können. Das beginnt bei den Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken wie etwa Facebook, E-Mail-Konten, Reiseportalen oder auch Aktiendepots. Des weiteren zählen die Zugangsdaten zu Webservern oder Firmennetzwerken zur beliebten Beute. Die Informationen würden in speziellen Foren illegal zum Verkauf angeboten. Da die entsprechenden Server häufig im Ausland stünden, seien die Täter in der Regel schwer zu identifizieren und kaum zu fassen.
Knapp 24 Millionen Deutsche waren nach Angaben des BKA bereits einmal Opfer von Online-Kriminalität. Die meisten hatten es dabei mit Trojanern oder anderen Schadprogrammen zu tun. Ziercke sagte, jeder müsse darauf achten, dass sein Computer die aktuellen und Firewalls habe. Zudem müssten Passwörter regelmäßig geändert werden. Der BKA-Chef mahnte: "Wer im Internet ist, der macht die Tür seines Hauses weit auf und muss aufpassen, dass nicht jemand hereinspaziert kommt, den er nicht gerne haben möchte."
Nach den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2008 stieg die Zahl der Straftaten in Deutschland im Zusammenhang mit Computern und Internet im Vorjahresvergleich um elf Prozent auf 38.000 Fälle. Aber die Experten gehen davon aus, dass viele der Opfer sich nicht bei der Polizei melden. Daher läge die Dunkelziffer höher, denn viele Taten erscheinen gar nicht in den Statistiken.
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Andreas Lerg mit Material der dpa
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