01.11.2010, 09:11 Uhr | Andreas Lerg
Drei von vier Deutschen lernen Passwörter auswendig. Doch das kann unsicher sein. (Foto imago) (Quelle: imago)
Drei Viertel der Deutschen lernen Passwörter und Geheimzahlen auswendig. Das aber ist auch nicht sicher, warnt der Hightech-Verband BITKOM. Die Experten raten, Passwörter mit Hilfe spezieller Software sicher aufzubewahren.
Dass Passwörter nicht auf einen Zettel neben dem Computer aufbewahrt werden sollten, weiß wohl jeder. Aber auch das Gedächtnis ist kein guter Ort, wie Dieter Kempf von BITKOM warnt: "Das Auswendig-Lernen von Kennwörtern führt leicht dazu, dass Passwörter zu selten geändert werden, zu einfach gestaltet und damit zu leicht zu erraten sind." Eine BITKOM-Umfrage ergab, dass immerhin 74 Prozent der Deutschen ihre Zugangsdaten auswendig lernen.
Die vom Forsa-Institut durchgeführte Umfrage unter 1000 Bundesbürgern zeigte weiter: Jeder Sechste notiert Passwörter auf einem Blatt Papier, das er zu Hause aufbewahrt. Weitere sechs Prozent tragen Passwörter in einem Adressbuch ein oder haben sie auf einem Zettel in der Brieftasche bei sich. Doch jeder Dritte vergisst mindestens einmal im Jahr ein Passwort oder kann es nicht wiederfinden. Sieben Prozent der Befragten speichern Geheimzahlen und Passwörter auf ihrem Handy ab. Sechs Prozent verwahren die Passwörter in geschützten Dateien auf ihrem Computer oder lassen die Passwörter von ihrem Internetbrowser automatisch eintragen.
Sichere Passwörter bestehen aus wenigstens acht Stellen und einer zufälligen Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. BITKOM empfiehlt die Nutzung von Passwort-Managern wie beispielsweise Steganos Passwort-Manager oder dem kostenlosen Keepass Password Safe. Das sind spezielle Programme in einem verschlüsselten Bereich der Festplatte oder auf einem USB-Stick. Die Programme erzeugen automatisch sichere Passwörter und tragen diese auf den dazugehörigen Internetseiten automatisch ein. Kempf befürwortet für Online-Banking und andere Transaktionen im Internet den neuen digitalen Personalausweis: "Bei Internet-Transaktionen mit dem elektronischen Personalausweis brauchen sich Verbraucher keine komplizierten transaktionsbezogenen Passwörter mehr auszudenken und zu merken – sie können ihr Gedächtnis für wichtigere Dinge zu nutzen."
Andreas Lerg
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