02.01.2012, 15:00 Uhr | t-online.de
"Gutes, ehrliches Markensalz": Der Twitter-Scherz von Simon Weiß sorgt für Ärger. (Quelle: ddp / Marielle Viola Morawitz)
Simon Weiß von der Piratenpartei hat ein Problem: Weil er auf einem neuen Twitter-Profilbild so tut, als ob er Kokain schnupfen würde, muss er heftige Kritik von Medien und Vertretern der anderen Parteien einstecken. Dabei wollte Weiß, der für die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, nur einen Scherz machen. Den verstanden aber nur seine Follower, und Weiß ist in eine typische Falle sozialer Netzwerke getappt. Für jeden Witz gibt es eine Gruppe von Menschen, die ihn nicht versteht – und daraus folgen fast immer äußerst unangenehme Konsequenzen.
Das Foto sorgt für ordentlich Wirbel: Es zeigt den Abgeordneten Weiß mit gerollten Stück Papier an der Nase, vor ihm auf dem Tisch weiße Kristalle, daneben deutlich sichtbar ein Salzstreuer. Es ist das neue Profil-Foto von Weiß im Kurznachrichtendienst Twitter, ein Scherz. "Das ist gutes, ehrliches Markensalz", schreibt Weiß dazu in einem Tweet, und seine Follower amüsieren sich mit ihm. Das Problem ist nur: Nicht jeder versteht den Scherz, oder will ihn verstehen. Gerade für Vertreter der anderen Parteien ist das Bild ein gefundenes Fressen.
"Ich finde, dass durch das Foto der Konsum von harten Drogen verharmlost wird", zitiert die Bild den Parlamentspräsidenten Ralf Wieland (SPD). Jeder Abgeordnete müsse sich seiner Verantwortung als Vorbild bewusst sein. Berlins künftiger Innensenator Frank Henkel legt nach und sagt: "Auch ein junger Abgeordneter muss Verantwortung übernehmen. Da gibt es keinen Welpenschutz. Solche Aktionen sind mit der Würde eines Parlamentariers nicht vereinbar." Weiß Kollegen von der Piratenpartei kontern: Der Abgeordnete Chrtistoph Lauer veröffentlicht ebenfalls ein Foto von sich in ähnlicher Haltung, und Pressesprecher Philip Brechler regt einen Wettbewerb um die "schönste Kokspose" an. Kurz: Im Berliner Abgeordnetenhaus gibt es einen ordentlichen Zoff um das Foto.
Weiß beeilte sich inzwischen zu erklären, dass das Bild bloß "eine Satire" sei. „Politiker sind auch nur Menschen und keine gottgleichen Wesen.“ Berliner Schüler möchte er, ganz im Sinne seiner Vorbildfunktion "über das suchtpolitische Programm der Piraten" informieren. Er hätte sich den ganzen Ärger jedoch gleich sparen können, wenn er vor der Veröffentlichung des Fotos kurz inne gehalten und über die mögliche Wirkung nachgedacht hätte.
Damit nicht jeder gleich alles über Sie weiß: So schützen Sie Ihre Privatsphäre. zum Video
Das ist übrigens nicht nur ein guter Tipp für Politiker oder Prominente. Auch Normalbürger können sich durch unbedachte Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken unangenehmen Ärger einhandeln. Dort lauern Gefahren, die das Leben außerhalb des Internets beeinflussen können. Mit einer unbedachten Aussage oder einem falschen Klick riskieren Mitglieder ihren guten Ruf, das eigene Hab und Gut oder sogar den Arbeitsplatz. Wir zeigen Ihnen, vor welchen sieben Facebook-Fallen Sie sich in Acht nehmen sollten.
Viele Nutzer gehen in Facebook nur allzu leichtfertig mit privaten Informationen und Meinungsäußerungen um. So werden nicht automatisch alle Statusmeldungen nur mit den eigenen Freunden ausgetauscht. Bei falschen Privatsphäre-Einstellungen sieht der Chef genau, wenn Sie über ihn oder die Firma lästern. Auch Kriminelle warten nur darauf, dass Sie vor Reiseantritt von ihrem geplanten Urlaub erzählen – die perfekte Gelegenheit für einen Einbruch.
Facebook bietet auch eine Suchfunktion, den sogenannten Freundefinder an, der E-Mail-Datenbanken von Outlook, anderen Mail-Programme, Webmaildienste sowie Handykontaktinformationen durchsuchen kann. Der Freundefinder ist sehr umstritten, da Facebook dabei die E-Mail-Adressen von Nichtmitgliedern einsammelt. Somit bekommen Bekannte und Freunde ohne Ihr Wissen von Ihnen Facebook-Einladungen zugeschickt. Wer den Freundefinder schon benutzt hat, kann nach dem Einloggen in Facebook mit diesem Link die hochgeladenen Daten löschen: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php
Ohne den Nutzer zu fragen sammelt Facebook nicht nur private Informationen, sondern kann auch das Surfverhalten speichern. Loggen Sie sich deshalb immer aus, wenn Sie Facebook verlassen. Das soziale Netzwerk kann sonst das Surfverhalten mit verfolgen, da auf immer mehr Internetseiten inzwischen eine Facebook-Applikation wie etwa der "Gefällt mir"-Button eingebunden ist. Solange Sie in Ihrem Browser eingeloggt sind, werden über die Applikationen Daten über Sie gespeichert.
Wer seinen Facebook-Account endgültig los werden will, dem macht es das Netzwerk nicht leicht. Facebook trennt sich nur ungern von seinen Mitgliedern. Deshalb gibt es bei den Einstellungen nur die Funktion zum Deaktivieren des Facebook-Kontos, nicht aber zum vollständigen Löschen. Um das Konto zu löschen, rufen Sie folgende Internetadresse auf: https://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account.
Den Link hat Facebook im Bereich Hilfe versteckt. Dort muss man nach Konto löschen suchen, um ihn zu finden. Damit rufen Sie die Lösch-Funktion auf. Durch einen Klick auf Absenden schicken Sie ihre Anfrage zur Löschung des Kontos an Facebook. Erst wenn diese Löschung erfolgt ist, ist alles weg, also alle Daten und Einträge, Fotos und Links.
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eckhard O schrieb:
am 20. November 2011 um 06:50:03
(8)
(29)
piraten
Piraten sind korsaren oder SeeRÄUBER und als solche auf Beute aus. Die erste Beute war die Gedankenlosigkeit der Wähler. Die zweite
wird Gewalt sein dafür waren die Räuber bekannt. Kann man nachlesen.
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Tell59 schrieb:
am 19. November 2011 um 14:52:08
(3)
(1)
Provokante Absicht, oder dumm und unbedacht,
das ist hier die Frage / Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern / Des wütenden Geschicks
erdulden oder, / Sich waffnend gegen eine See von Plagen, / Durch Widerstand sie enden? Naja, der Pirat dachte sicher nicht an Hamlet – oder vielleicht doch? War es nur ein platter Scherz, oder sollte das Bild eine Warnung an allzu unbedachte FB-User sein? Salz in der Nase? Aua! Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und Bilder sind ja schon immer ein probates Mittel gewesen, Personen zu verunglimpfen.
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Mattner schrieb:
am 19. November 2011 um 08:56:02
(8)
(1)
Kommt gleich
wieder der Einwand ,schaut euch doch die Anderen an die sind auch nicht besser.Leider ist diese Mentalität überall
eingezogen.Vorbilder (GUT)gibt es leider nicht mehr.
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