17.05.2011, 10:35 Uhr | Andreas Lerg
Der Staatsanwaltschaft Augsburg ist zusammen mit dem Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) und dem österreichischen Bundeskriminalamt ein Schlag gegen eine Bande von Internet-Betrügern gelungen. Die Online-Kriminellen sollen Schäden in Millionenhöhe verursacht haben. 29 Wohnungen wurden durchsucht und neun Tatverdächtige verhaftet. Im Internet betrieb die Gang zahlreiche Online-Shops und betrog über 100.000 Opfer.
"Dieses Verfahren ist in Bezug auf die Enttarnung von Internettätern und in seiner Dimension bisher einzigartig", sagte Peter Dathe, Präsident des LKA Bayern. Nach anderthalb Jahren Ermittlungsarbeit legten die Fahnder der Betrügerbande am 11. Mai das Handwerk. Bundesweit durchsuchten mehr als 170 Polizeibeamte 29 Wohnungen und Objekte. In Deutschland verhafteten die Beamten acht Personen, darunter auch der Kopf der Bande. Ein weiterer Tatverdächtiger wurde bereits am 10. Mai von der österreichischen Polizei verhaftet.
Die Bande hatte sich auf Lieferbetrug spezialisiert. Im Internet bot sie in zahlreichen, eigens dafür eingerichtetn Online-Shops Waren gegen Vorkasse an. Doch die Waren wurden nie geliefert. Anfangs verkauften die Tatverdächtigen günstige Waren wie beispielsweise Lego-Spielzeug für 30,- Euro. Später boten sie jedoch auch begehrte Elektroartikel und am Ende sogar Kilo-Goldbarren für 24.700 Euro an. Aktuell noch online ist eine Internet-Seite, über die die Bande einen betrügerischen Autohandel mit Fahrzeugen aus den USA betrieb. Hier sollten die Käufer per Vorschuss den Import des gekauften Fahrzeuges bezahlen.
Der spektakuläre Fall kam ins Rollen, als sich im September 2009 eine Firma bei der Polizeiinspektion Nördlingen meldete, in deren Namen die Täter über den Online-Shop ja-kaufen.com Waren verkauft hatten. Dreist hatten die Online-Kriminellen im Impressum der Seite die Daten der Nördlinger Firma angegeben und sie dabei nur leicht verändert. Bei dem ahnungslosen Unternehmen häuften sich die Anfragen von Kunden, die in dem Online-Shop eingekauft hatten und nach der Zahlung vergeblich auf ihre Lieferung warteten.
Als schließlich immer mehr Strafanzeigen von Opfern der Internet-Bande bei der Polizei eingingen, begannen die Ermittler einen größeren Zusammenhang zu vermuten. Daher übernahmen das Bayerische Landeskriminalamt zusammen mit der Staatsanwaltschaft Augsburg die weiteren Ermittlungen und führte die Operation unter dem Decknamen "EG Bazar". Die Ermittlungen zeigten, dass die Bande zahlreiche seriös wirkende Online-Shops ins Internet gestellt hatte und im Impressum jedesmal die Namen und Adressdaten echter Firmen missbrauchten. Die Täter köderten ihre Opfer dabei mit zu unüblich günstigen Preisen angebotenen Waren. Die Ermittler vermuten, dass insgesamt mehr als 100.000 Menschen auf diese Masche hereingefallen sind. Aufgrund der laufenden Ermittlungen können genaue Zahlen noch nicht genannt werden, zumal davon auszugehen ist, dass längst nicht alle Geprellten bereits Anzeige erstattet haben. Die Polizei bittet Geschädigte, die noch keine Anzeige erstattet haben, dies bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle zu tun.
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Die Abwicklung der Vorkassenzahlungen wurde über deutsche Bankkonten abgewickelt, sodass die Kunden selten misstrauisch wurden. Die Täter köderten dazu per E-Mail Privatpersonen als Finanzagenten, die ihr Konto gegen Provision für den Geldtransfer zur Verfügung stellten. Diese Personen waren in dem Glauben, damit einen Nebenjob zu haben und ahnten nicht, dass sie zur Geldwäsche missbraucht wurden. Die eingehenden Gelder der Internetkunden überwiesen die ahnungslosen Finanzagenten zumeist in die Schweiz oder die Türkei. In Einzelfällen holten auch Geldboten das zuvor abgehobene Geld in Bar ab.
Anderthalb Jahre dauerten die Ermittlungen. Vor allem die ausgeklügelten Tarn-Strategien die Täter verhinderte immer wieder den Zugriff. So nutzte die Bande falschen Personalien und ausgeklügelten Verschleierungstechniken. Die Kommunikation untereinander lief über verschlüsselte Chats und ihre Internetzugriffe tarnten sie mit Anonymisierungssoftware. Sie sollen sogar über Botnetze fremde Computer für den Versand von E-Mails benutzt haben. Diese Botnetze dienten auch dazu, Internet-Foren mit kritischen Beiträgen zu den betrügerischen Online-Shops über so genannte DDoS-Attacken mundtot zu machen.
Andreas Lerg
S.Zaun schrieb:
am 9. Juni 2011 um 12:33:02
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Hilfe
Hallo Zusammen,
ich recherchiere für einen Beitrag zum Thema Internetkriminalität. Dafür suche ich Menschen, die ins Netz von
Kriminellen geraten sind und mir ihre Geschichte erzählen möchten. Ziel des Beitrags ist die Sensibilisierung der Zuschauer für das Thema Internetkriminalität. Wir möchten vor den Gefahren und vor den fiesen Tricks der Betrüger warnen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich kurz anschrieben würden (s.zaun(at)gmx.net). Dann können wir mailen oder ich rufe Sie an. Danke
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Kalle schrieb:
am 23. Mai 2011 um 07:46:25
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Alle selber Schuld
Auf der Jagt nach Schnäppchen und aus Gier kaufen viele ( nicht alle ) in Netz.
Dies ist leider nicht ungefährlich und
öfter als veröffentlicht gehts ins Auge. Die Lösung ist einfach - im Netz suchen vergleichen und im Handel kaufen. Ja ist ei wenig Teurer aber schützt Arbeitsplätze und auch euch auch umtauschen und Service ist im Netz kaum möglich. Also Schluß mit dem Geiz oder aufhören zu jammern.
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siggi schrieb:
am 20. Mai 2011 um 07:35:57
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Internetbetrug.
Was solls,ich habe Anzeige erstattet gegen einen bekannten Betrüger,die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren
eingestellt,obwohl der Mensch für Internetbetrug bekannt ist. Durch die Gesetze in Deutschland werden diese Betrüger begünstigt. Dazu noch die Anonymität im Netz haben sie leichtes Spiel.
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