19.11.2009, 08:57 Uhr | Sascha Plischke mit Material von dpa
Bank-Trojaner Zeus verbreitet sich über die ganze Welt. (Grafik: prevx.com)
Die englische Polizei hat in Manchester ein Paar festgenommen, dem die Verbreitung aggressiver Computerviren vorgeworfen wird. Der als Zeus bekannte Trojaner hat weltweit zehntausende Computer infiziert und gilt als äußerst gefährlich. Einmal installiert erschleicht sich Zeus heimlich Zugangsdaten zu Online-Banking und Kreditkartendaten und trickst dabei auch aktuell gehaltene aus. Bei der Festnahme handelt es sich um den ersten Ermittlungserfolg in Europa gegen die Hintermänner des Schädlings.
Nach Angaben von Scotland Yard vom Mittwoch wurden der Mann und die Frau im Alter von 20 Jahren bereits am 3. November gefasst. Sie wurden in der Zwischenzeit gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Nähere Einzelheiten zu den Ermittlungen machte die Behörde nicht. Den beiden Verdächtigen droht nun eine Anklage wegen Missbrauchs von Computern für strafbare Handlungen und Online-Betrug.
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Der , der auch als Zbot, WSNPOEM, NTOS und PRG bekannt ist, ist bereits einer der am meisten verbreiteten Schädlinge, die das Ausspionieren von Bankkonten zum Ziel haben. Hat Zeus einen Computer infiziert, wartet er heimlich ab, bis sein Opfer sich bei seinem Online-Banking-Konto anmeldet. Dann kopiert der Trojaner Passwort und Benutzername und schickt sie an seine Auftraggeber. Zusätzlich kann Zeus die Login-Seiten der Banken im des Opfers so anpassen, dass auch Eingabefelder zum Beispiel für Transaktionsnummern auftauchen – gibt ein gutgläubiger Internetnutzer auch diese ein, können die Urheber des Trojaners plötzlich ganz einfach beliebig viel Geld von den ausspionierten Konten abheben.
Damit jedoch nicht genug. Einer Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Trusteer zufolge überlistet der Trojaner in vielen Fällen auch aktuell gehaltene Anti-Viren-Software. "Das Ergebnis, dass auch aktuelle Antivirus-Software nur in 23 Prozent der Fälle Zeus effektiv abblocken kann, ist verstörend", sagte der Leiter der Forschungsabteilung von Trusteer, Amit Klein. "Das sind schlechte Nachrichten für Verbraucher und Banken, zumal der größte Teil der Zeus-Infektionen unbemerkt bleibt."
Dennoch ist es wichtig, weiterhin seine Antiviren-Software aktuell zu halten. Sie wehrt effektiv die meisten anderen Bedrohungen ab – und nach dem Bericht von Trusteer werden die Hersteller mit Hochdruck an der effektiven Bekämpfung auch von Zeus arbeiten. Kostenlose Sicherheitsprogramme bieten bereits einen Basisschutz. Umfangreiche Informationen zum Schutz Ihres Computers vor Viren und anderen Gefahren finden Sie im Computer-Insider-Virenspecial.
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Sascha Plischke mit Material von dpa
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