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Australien: Online-Kriminelle stehlen Haus

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Online-Kriminelle stehlen Haus

17.09.2010, 09:22 Uhr | Sascha Plischke

Internet-Kriminelle verkaufen geklautes Haus in Australien. (Symbolfoto: dpa)

(Quelle: dpa)

In Australien ist es einer Bande von Online-Kriminellen gelungen, ein Haus zu stehlen. Das berichtet das Online-Magazin ZDNet. Die Bande hatte sich zuvor Zugang zum E-Mail-Konto des Hausbesitzers verschafft, der zu diesem Zeitpunkt nicht in Australien lebte. Mit den darin enthaltenen Daten, einigen E-Mails und Telefonanrufen war es den Kriminellen dann möglich, eines der Häuser des Opfers zu verkaufen und das Geld in Übersee-Konten verschwinden zu lassen. Der Verkauf eines weiteren Hauses ließ sich nur verhindern, weil ein Nachbar das Opfer auf die Vorgänge aufmerksam gemacht hatte. Der Fall zeigt, wie viel Schaden Identitätsdiebe tatsächlich anrichten können.

Der Anruf ließ Roger Mildenhall aus allen Wolken fallen. Eines seiner Häuser solle verkauft werden, erzählte ihm ein Nachbar am Telefon. Davon wusste Mildenhall, der zu diesem Zeitpunkt schon ein Jahr nicht mehr in Australien lebte, jedoch nichts. Eilig reiste der Immobilienbesitzer zurück in die alte Heimat, um den Verkauf in letzter Minute zu stoppen – nur um festzustellen, dass ein weiteres seiner Häuser schon im Juni ohne seine Zustimmung den Besitzer gewechselt hatte. Die alarmierte Polizei ermittelte schnell, dass beide Transaktionen per E-Mail. Telefon und Fax abgewickelt worden waren. Weder Mildenhalls Hausverwalter noch die zuständigen Behörden hatten Verdacht geschöpft. Wer auch immer unter Mildenhalls Namen aufgetreten war, hatte alle wichtigen Unterlagen und Daten zur Verfügung stellen können.

Kriminelle hatten sich Zugang zu E-Mail-Konto verschafft

Weitere Ermittlungen ergaben, dass sich eine Bande Online-Krimineller wohl Zugang zu dem E-Mail-Konto verschafft hatten, über das Mildenhall mit seinem Hausverwalter kommuniziert hatte. Der war gleichzeitig der zuständige Immobilienmakler, und so enthielt das Konto alle Informationen, die die Kriminellen zum Fälschen aller Dokumente für einen Hausverkauf benötigten. Die Kriminellen hatten zusätzlich Glück, dass Mildenhall im Ausland lebte. So kam es niemandem merkwürdig vor, dass alle Geschäfte ohne persönlichen Kontakt mit dem Hausbesitzer abgewickelt werden sollten. Die Bande stammte wohl aus Nigeria, das Geld aus dem abgewickelten Verkauf lässt sich bis zu mehreren Konten in China zurückverfolgen. Danach verliert sich seine Spur.

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Brian Greig, Sprecher der australischen Maklervereinigung REIWA, kündigte Schritte an, solche Fälle in Zukunft zu verhindern. Geschäfte wie der Verkauf eines Hauses würden immer öfter ohne persönlichen Kontakt zwischen Makler und Verkäufer abgewickelt. Eine so gut organisierte Bande wie in dem vorliegenden Fall hätte da leichtes Spiel. "Sie hatten ein grundlegendes Verständnis dafür wie solche Transaktionen abgewickelt werden und von den gesetzlichen Anforderungen." Normale Identitätschecks reichten da schon nicht mehr aus – eine solche Bande könne alle nötigen Unterlagen einfach fälschen.

Computer-Nutzern hilft nur gesunder Menschenverstand

Der Fall zeigt, wie viel Schaden Online-Kriminelle mit dem Diebstahl einer Identität anrichten können. Besonders gut organisierte Banden wie im vorliegenden Fall können mit dem Zugriff auf den Computer und das E-Mail-Konto eines Opfers alle Daten sammeln, die für das Fälschen amtlicher Dokumente nötig ist. Die Kriminellen greifen dabei auf eine Vielzahl von Methoden zurück, um ihren Opfern die erforderlichen Informationen zu entlocken. Trojaner nisten sich auf Computern ein und spionieren die erforderlichen Informationen aus, weitere Daten lassen sich durch ausgefeilte Phishing-Maschen ergattern. Für jeden Computer-Nutzer ist es deshalb von großer Wichtigkeit, stets die Augen offen zu halten und den eigenen Rechner mit aktueller Sicherheitssoftware zu schützen. Zudem ist es wichtig, die Anzeichen für eine Phishing-Mail zu erkennen und den Betrug zu entlarven, bevor Schaden entstehen kann


Sascha Plischke  

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Kommentare (14)

zum Forum

Thema: "Australien: Online-Kriminelle stehlen Haus"

Wilfried schrieb: am 24. Februar 2012 um 08:03:12
(0) (0) Online-Betrug
Das Internet ist dein offenes Portemonnaie!

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Sebastian schrieb: am 4. Dezember 2010 um 19:27:50
(0) (0) Kriminelle stehlen ein haus
Absoluter Unsinn, auch in Australien wird der Verkauf eines Hauses notariell beurkundet. Das geht nicht per FAX

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Mr.X schrieb: am 17. September 2010 um 15:23:25
(1) (0) Danke D
Gut das es sowas in D nicht geben kann! Da sieht man, das deutsche Bürokratie auch ihr Gutes hat. Arme Ausländer.

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