18.09.2009, 09:14 Uhr | t-online.de
Trojaner Zeus macht Jagd auf Zugangsdaten für Online-Banking. (Foto: stock.xchng)
Ein neuer, gefährlicher trickst problemlos auch aktuell gehaltene aus. Das berichtet der vor allem für Unternehmen tätige Sicherheitsdienstleister Trusteer in einer aktuellen Mitteilung. Der Trojaner Zeus, der sich auf das Ausspionieren von Online-Banking-Daten spezialisiert hat, trickst Sicherheitsprogramme in drei Vierteln aller Fälle aus und setzt sich unbemerkt auf dem Computer fest.
Genau bei 77 Prozent aller beobachteten Computer durchbrach der auf den Namen Zeus getaufte Trojaner bei der Untersuchung durch Trusteer sämtliche Sicherheitsbarrieren – und das bei PC, deren Antivirus-Software neu und deren Viren-Informationen auf dem jeweils aktuellen Stand waren. Insgesamt 10.000 Computer hatten die Sicherheitsspezialisten für ihre Studie unter die Lupe genommen, die sich mit Zeus infiziert hatten. Dass auch die besten erhältlichen Gegenmaßnahmen gegen den Schädling nur wenig helfen, ist äußerst besorgniserregend, denn Zeus ist ein brandgefährlicher Schädling.
Der Zeus-Trojaner verbreitet sich über die ganze Welt. (Grafik: prevx.com)Der Trojaner, der auch als Zbot, WSNPOEM, NTOS und PRG bekannt ist, ist bereits einer der am meisten verbreiteten Schädlinge, die das Ausspionieren von Bankkonten zum Ziel haben. Hat Zeus einen Rechner infiziert, wartet er heimlich ab, bis sein Opfer sich bei seinem Online-Banking-Konto anmeldet. Dann kopiert der Trojaner Passwort und Benutzername und schickt sie an seine Auftraggeber. Zusätzlich kann der Schädling die Login-Seiten der Banken im des Opfers so anpassen, dass auch Eingabefelder zum Beispiel für Transaktionsnummern auftauchen – gibt ein gutgläubiger Internetnutzer auch diese ein, können die Urheber des Trojaners plötzlich ganz einfach beliebig viel Geld von den ausspionierten Konten abheben.
"Das Ergebnis, dass auch aktuelle Antivirus-Software nur in 23 Prozent der Fälle Zeus effektiv abblocken kann, ist verstörend", sagte der Leiter der Forschungsabteilung von Trusteer, Amit Klein. "Das sind schlechte Nachrichten für Verbraucher und Banken, zumal der größte Teil der Zeus-Infektionen unbemerkt bleibt." Dennoch ist es wichtig, weiterhin seine Antiviren-Software aktuell zu halten. Sie wehrt effektiv die meisten anderen Bedrohungen ab – und nach dem Bericht von Trusteer werden die Hersteller mit Hochdruck an der effektiven Bekämpfung auch von Zeus arbeiten. Kostenlose Sicherheitsprogramme bieten bereits einen Basisschutz. Umfangreiche Informationen zum Schutz Ihres Computers vor Viren und anderen Gefahren finden Sie im Computer-Insider-Virenspecial.
Ratgeber - Online-Banking: Mehr Sicherheit bei Internet-Bankgeschäften
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