30.01.2009, 17:25 Uhr | pcwelt.de
AMDs Dreikern-Prozessoren sind keine extra entwickelte Prozessor-Baureihe, sondern Phenom-X4-CPUs mit einem nicht voll funktionsfähigen und deswegen abgeschalteten Kern. So muss AMD kaputte Vierkerner nicht als Sondermüll entsorgen, sondern kann mit der exotisch anmutenden Dreikern-Variante besonders preisgünstige Prozessoren anbieten.
Der Phenom X3 8450 arbeitet mit einem recht gemächlichen Takt von 2,1 GHz. Der Referenztakt liegt bei typischen 200 MHz, die Taktfrequenz des Hypertransport-Links beträgt 1,8 GHz. Zudem verfügt der Phenom X3 8750 über 128 KB L1- sowie 512 KB L2-Cache pro Kern. Im Gegensatz zu den Phenom-Vierkernern greifen bei der X3-Baureihe jedoch nur drei Kerne auf den gemeinsamen 2 MB großen L3-Cache zu.
Theoretisch steht jedem der drei Kerne also 33 Prozent mehr L3-Cache zur Verfügung. In der Praxis sind die theoretischen Vorteile des etwas größeren Pufferspeichersbereichs pro Rechenkern allerdings nicht spürbar. Der Phenom X3 8450 basiert noch auf der 65-Nanometer-Architektur.
Stromverbrauch
Unter Last hatte das Testsystem des Phenom X3 8450 mit 203 Watt den niedrigsten Verbrauch aller bisher getesteten AMD-Prozessoren. Intel-Prozessoren dieser Preisklasse benötigen allerdings viel weniger Strom. So verbrauchte beispielsweise die Testplattform des Zweikern-Schnäppchen Intel Core 2 Duo E7200 mit 148 Watt nur 73 Prozent der Energie des Phenom X3 9450 – allerdings fertigt Intel den E7200 im 45-Nanometer-Verfahren.
Während der Bruttostromverbrauch des Phenom X3 8450 zumindest im hauseigenen Vergleich über jeden Zweifel erhaben ist, zeigt sich bei der Energieeffizienz-Messung die Kehrseite der Medaille: Mit 25,1 Punkten reihte sich der AMD-Prozessor ganz am Ende der Effizienzskala ein. So setzte beispielsweise der E7200-Rivalen die zugeführte Energie 41 Prozent effizienter in Rechenleistung um.
Energieeffizienz der Desktop-Prozessoren | |
Prozessor | Energieeffizienz (Punkte/Watt) |
Intel Core 2 Extreme QX9650 | 59,6 |
Intel Core 2 Extreme QX9770 | 57,2 |
56,6 | |
Intel Core i7 965 XE | 52,1 |
Intel Core i7 920 | 46,0 |
Intel Core 2 Duo E8500 | 42,3 |
41,4 | |
Intel Core 2 Quad Q6600 | 40,6 |
40,0 | |
39,3 | |
Intel Core 2 Duo E7200 | 35,5 |
30,1 | |
AMD Phenom X4 9850 Black Edition | 29,8 |
AMD Phenom X3 8750 | 27,8 |
AMD Phenom X3 8450 | 25,1 |
Ausstattung
Der Funktionsumfang der Phenom-X3-Baureihe steht den AMD-Vierkernern in nichts nach: Der im Prozessor integrierte 128 Bit breite Speichercontroller unterstützt DDR2-SDRAM des Typs PC800 und PC1066. Mit an Bord sind neben den bewährten zusätzlichen Befehlssätzen 3DNow, MMX, SSE, SSE2 und SSE3 auch das moderne SSE4a. Der Phenom X3 8450 unterstützt ebenso die Virtualisierungs-Technik AMD-V wie 32- und 64-Bit-Betriebssysteme via AMD 64.
Rechenleistung
Unser Benchmark-Parcour besteht aus 30 Einzeltests, aus der wir die Rechenleistungsnote ermitteln. Um die Leistungsfähigkeit von AMDs Triple Core Phenom X3 8450 zu illustrieren, picken wir uns gängige Anwendungen aus den Einsatzgebieten Multimedia und Spiele heraus.
Eine typische Multimedia-Anwendung ist das Überführen von Musik und Videos in andere Dateiformate und Kompressionsstufen. Hierzu verwenden wir Apples iTunes. Mit Hilfe des integrierten MP3-Codecs kodieren wir eine Musik-CD vom WAV- ins MP3-Format mit 192 KBit/s.
AMDs Triple Core Phenom X3 8450 benötigte dafür 87 Sekunden und ging damit als der langsamste Prozessor des gesamten Testfeldes über den Zielstrich. Gegenüber Intels 100-Euro-Doppelkerner Core 2 Duo E7200 war er gut 32 Prozent langsamer. Das gleiche Bild ergab sich bei der Konvertierung eines 1080i-Videos ins MPEG-4-Format: Auch hier trägt der Phenom X3 8450 jetzt die rote Laterne und musste sich dem E7200 mit einem Rückstand von rund 22 Prozent geschlagen geben (siehe nachfolgende Tabelle).
Trancodierung von Musik- und Video-Dateien unter iTunes | ||
Prozessor | WAV in MP3 (sec.) | 1080i in MPEG4 (sec.) |
Intel Core i7 965 XE | 45 | 82 |
46 | 102 | |
Intel Core 2 Extreme QX9770 | 48 | 95 |
Intel Core 2 Duo E8500 | 48 | 107 |
Intel Core 2 Extreme QX9650 | 50 | 103 |
51 | 113 | |
Intel Core i7 920 | 55 | 97 |
57 | 118 | |
Intel Core 2 Duo E7200 | 59 | 133 |
61 | 113 | |
Intel Core 2 Quad Q6600 | 64 | 133 |
76 | 133 | |
AMD Phenom X4 9850 Black Edition | 80 | 137 |
AMD Phenom X3 8750 | 81 | 149 |
AMD Phenom X3 8450 | 87 | 171 |
Der rechenhungrige Ego-Shooter Crysis basiert auf der Spiele-Engine Cryengine 2, die beispielsweise in der Lage ist, Partikeleffekte, die künstliche Intelligenz von Spielfiguren sowie die Simulation von physikalisch korrektem Verhalten von 3D-Objekten in parallele Rechenprozesse aufzuteilen. Um den Einfluss der Grafikkarte auf die Bildwiederholfrequenz zu minimieren, erfolgt die Messung mittels des integrierten Benchmarks bei einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln, deaktiviertem Anti-Aliasing und niedrigster Qualitätsoption.
Auch bei Spielen ist eine hohe Taktrate immer noch Trumpf, und mehr als zwei Rechenkerne – von Ausnahmen wie GTA 4 abgesehen – bringen keinen Temposchub: Deshalb machte AMDs Phenom X3 8450 auch bei diesem Test keine gute Figur. Mit einer mittleren Bildwiederholrate von knapp 82 Bilder pro Sekunde belegte er erneut den letzen Platz im Testfeld. Im direkten Vergleich zum Core 2 Duo E7200 rechnete der AMD-Dreikerner 23 Prozent langsamer.
Fazit AMD Phenom X3 8450
AMDs Phenom X3 8450 ist mit rund 75 Euro zwar billig, aber alles andere als preisgünstig. Der sprichwörtlich lahmste Prozessor des gesamten Testfeldes holt zu allem Überfluss auch noch die geringste Rechenleistung pro Watt heraus. Fürs Aufrüsten von PCs mit AM2(+)-Hauptplatine empfiehlt sich der Dreikerner auch nicht – schließlich will man nach dem Upgrade mehr und nicht weniger Rechenleistung. Nur für experimentierfreudige Anwender, die gerne an der Taktschraube drehen, birgt der 2,1-GHz-Prozessor ein reizvolles Potenzial.
Alternativen
Die beste Wahl im Preissegment bis 100 Euro bleibt nach wie vor Intels Zweikern-Schnäppchen Core 2 Duo E7200. Wollen Sie Ihrer AM2(+)-Hauptplatine die Treue halten, stocken Sie Ihr Prozessor-Budget ein wenig auf, und greifen Sie gleich zum deutlich verbesserten Nachfolger Phenom II.
Prozessor | |
AMD Phenom X3 8450 | |
Preis-Leistungs-Wertung | 47 |
Anbieter | AMD |
Weblink | |
Preis | rund 75 Euro |
Hotline | 089/45053199 |
Garantie | 36 Monate |
AMD Phenom X3 8450 | |
BEWERTUNG (0- 100 Punkte) | |
Rechenleistung (35%) | 3 |
Ergonomie (20%) | 38 |
Ausstattung (15%) | 70 |
Service (5%) | 49 |
Preis (25%) | 100 |
Gesamtergebnis | 47 |
AMD Phenom X3 8450 | |
TECHNISCHE DATEN | |
Steckplatz | Sockel AM2+ |
Anzahl der physikalischen Kerne | 3 |
Anzahl der virtuellen Kerne | 0 |
Arbeitstakt | 2,10 GHz |
Front Side Bus / Referenztakt | 200 MHz |
Hypertransport-/Quickpath-Link | 1,8 GHz |
L1-Cache / shared | 128 KB / nein |
L2-Cache / shared | 512 KB / nein |
L3-Cache / shared | 2048 KB / ja |
Befehlssatzerweiterungen | |
3DNow | ja |
MMX | ja |
SSE | ja |
SSE 2 | ja |
SSE 3 | ja |
SSE 4 | Version 4a |
64-Bit-kompatibel | ja |
Hyper-Threading / Simultanes Multi-Threading | nein |
Virtualisierungsfunktionen | ja |
dynamische Spannungsversorgung | beides |
Buffer-Overflow-Schutz | ja |
Trusted computing | aktivierbar |
Heat-Spreader | ja |
Leistungsaufnahme (Thermal Design Power) | 95 Watt |
AMD Phenom X3 8450 | |
TESTERGEBNIS | |
Ergonomie | |
Stromverbrauch, Leerlauf ohne Energiesparmodus | 175 Watt |
Stromverbrauch, Leerlauf mit Energiesparmodus | 157 Watt |
Stromverbrauch, volle CPU-Last auf alle Kerne | 203 Watt |
Stromverbrauch, volle Grafik-Last | 222 Watt |
Rechenleistung pro Watt | 25 Punkte/Watt |
Multimedia-Leistung | |
Cinebench 10, Rendering, ein CPU-Kern | 1903 Punkte |
Cinebench 10, Rendering, alle CPU-Kerne | 5097 Punkte |
iTunes, Audio-Konvertierung (WAV -> MP3) | 87 Sekunden |
iTunes, Video-Konvertierung (1080i -> MPEG4) | 171 Sekunden |
3DSMax SPECapc, Rendering-Test Space | 111 Sekunden |
3DSMax SPECapc, Rendering-Test Underwater | 202 Sekunden |
PC-Mark Vantage, TV and Movies | 1228 Punkte |
Sysmark 2007, Video Creation | 89 Punkte |
Sysmark 2007, 3D-Modeling | 112 Punkte |
PC-Mark Vantage, Music | 3568 Punkte |
3D-Leistung | |
Crysis, 1024 x 768 Bildpunkte, mittlere Qualität (min./mittel/max. Bildrate) | 14 / 41 / 53 Bilder/s |
Crysis, 800 x 600 Bildpunkte, niedrige Qualität (min./mittel/max. Bildrate) | 34 / 82 / 97 Bilder/s |
3D-Mark 06, CPU-Test | 2421 Punkte |
PC-Mark Vantage, Gaming | 3907 Punkte |
Office-Leistung | |
Sysmark 2007, Office Productivity | 93 Punkte |
Sysmark 2007, E-Learning | 105 Punkte |
PC-Mark Vantage, Communications | 3414 Punkte |
PC-Mark Vantage, Productivity | 3956 Punkte |
Analyse-Leistung | |
Sungard ACR, Monte-Carlo-Simulation | 911 Sekunden |
Systemleistung | |
Sysmark, Gesamt | 99 Punkte |
PC-Mark Vantage, Gesamt | 4027 Punkte |
PC-Mark Vantage, Memories | 3260 Punkte |
PC-Mark Vantage, HDD | 3850 Punkte |
Quelle: PC-Welt
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