09.11.2009, 09:59 Uhr | Gerd Peters, Boris Dunkel
Medion Akoya P4010D: Erster Aldi-PC mit TouchscreenAldi lockt ab Donnerstag den 12. November mit einem ungewöhnlichen Computer-Angebot. Im Medion Akoya P4010D bilden Computer und Bildschirm eine Einheit, und nicht nur das: Beim LCD-Monitor handelt es sich um einen Touchscreen, der – ähnlich dem eines iPhones – auf Fingerberührungen reagiert. Lohnt sich der Kauf des ersten All-in-One-PC von Aldi?
Das Display des Aldi-ComputersMedion Akoya P4010 fällt mit 55 Zentimetern (21,5 Zoll) für einen All-in-One-PC relativ groß aus. Hinter dem Display steckt die komplette PC-Elektronik, unter anderem 4 GB Arbeitsspeicher, ein DVD-Brenner, Multi-Kartenleser sowie Webcam und Mikrofon. Die Festplatte bietet für diese Preisklasse mit etwa 900 GB sehr viel Platz, viele Hersteller bieten in vergleichbaren Systemen höchstens 500 Gigabyte Speicher. Der verbaute Dualcore-Prozessor Pentium T4400 von Intel mit 2,2 GHz Takt und die nVidia- GeForce 9100 MG reichen für Multimedia-Anwendungen vollkommen aus, sind mit grafisch aufwändigeren Arbeiten und 3D-Spielen aber schnell überfordert. Als Betriebssystem legt Medion Home Premium bei. In unserer Foto-Show finden Sie die Ausstattung des neuen Aldi-PC im Detail.
Der aktuelle Aldi-PC gehört sicher zu den ungewöhnlichen Angeboten. Wer braucht einen Computer mit integriertem Bildschirm, der auf Fingerdruck reagiert? Medion versteht den PC vor allem als Internet-Multimedia-Maschine fürs Wohnzimmer. Deshalb verbaut Aldis Hauslieferant direkt einen -Tuner in dem Gehäuse zum Empfang des digitalen Antennenfernsehens und sieht auch eine optionale Montage an der Wand vor. Bei einfachen Bedienschritten sind Touchscreen-Computer tatsächlich im Vorteil: Eine CD oder DVD abspielen, einen TV-Sender einstellen – für solche Aktionen möchte man sich ungern per Maus oder Tastatur durch Menüpunkte wählen. Im Idealfall reicht bereits ein einfacher Fingerstupser an die richtige Stelle des Displays.
Sind doch mal komplexere Eingaben gefragt, etwa die einer Internetadresse, lässt sich ein Tastaturfeld einblenden. Das Touchscreen-Display des Aldi-Computers ist allerdings nur singletouch-fähig, das bedeutet: Eingaben mit zwei Fingern gleichzeitig sind mit dem Aldi-PC nicht möglich. Wer den PC auch für klassische Büroaufgaben einsetzen will, dürfte auch zurecht kommen – schließlich lässt sich der Akoya P4010D auch ganz konventionell steuern; Tastatur und Maus gehören zum Lieferumfang. Der Vorteil des Touchscreens verpufft dann allerdings.
Für eine Multimedia-Maschine ist der Aldi-PC gut, aber nicht perfekt ausgerüstet. Der Bildschirm erreicht zwar die volle HD-Auflösung von 1920x1080 Punkte, doch zu einem wirklichen Full-HD-Multimedia-System fehlen dem Medion Akoya P4010D einige Ausstattungsmerkmale – insbesondere ein -Laufwerk hätte dem PC gut getan. Um den überflüssig zu machen, bräuchte der All-in-One-PC auch einen HDMI- oder auch Scart-Eingang. Dann könnte der Benutzer Satelliten-Receiver oder Blu-ray-Player direkt an den Bildschirm anschließen.
HP Touchsmart IQ820 (Foto: pcwelt)
Mit seiner Ausstattung und dem Preis füllt der Akoya P4010D eine Marktlücke. Zwar gibt es bereits All-in-PC mit Touchscreen für 400 bis 600 Euro wie den MSI Wind Top AE. Diese Nettops basieren jedoch auf -Technik, das heißt, sie bringen meist deutlich kleinere Displays und ein gehöriges Stück weniger Rechenleistung mit sich. Eine günstige und interessante Alternative ist der neue Asus EeeTop ET2002T. In ihm steckt immerhin ein Dual-Core-Prozessor und ein recht großes Display.Boliden wie der Sony Vaio VPDL11 oder der HP Touchsmart IQ820 hingegen übertreffen den Aldi-Computer sogar hinsichtlich der Ausstattung in Teilen, doch dafür fällt der Preis mit rund 1600 Euro weit höher aus. So gesehen ist der neue Aldi-PC durchaus ein Schnäppchen – vorausgesetzt, man hat Verwendung für den Touchscreen.
Wie gut sich Aldis Medion Akoya P4010 D im Alltagsbetrieb im Wohnzimmer schlägt, wird letztlich nur ein Praxistest zeigen können. Wichtiges Kriterium für einen solchen Einsatz ist die Lautstärke des Computers. Gerade bei kompakten PC mit schlechter Luftzirkulation rotieren die Lüfter besonders häufig und laut. Auch die Bildqualität muss stimmen: Damit ein Full-HD-Bild die richtige Wirkung zeigt, muss das Display über gute Kontrast- und Helligkeitswerte sowie eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung verfügen. Weitere Kauftipps zu All-in-One-PC und Testergebnisse finden Sie im PDF-Download Alleskönner für den Schreibtisch.
Gerd Peters, Boris Dunkel
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