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Aldi-PC im Test: Medion Akoya E3300 D kann nicht überzeugen

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Medion Akoya E3300 D

09.02.2009, 10:03 Uhr | pcwelt.de

Medion Akoya E3300D (Foto: pcwelt)

Viel PC für wenig Geld: Knapp 500 Euro verlangt Aldi für den gut ausgestatten Medion Akoya E3300 D. Auf den ersten Blick bietet der neue Aldi-PC ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Trotzdem ist der Multimedia-PC angepriesene Rechner bei näherer Betrachtung kein Schnäppchen.

Ausstattung

Im Gegensatz zum letzten Aldi-PC vom November 2008 verbaut Medion im aktuellen Modell den Doppelkern-ProzessorAMD Athlon 64 X2 7750. Beim letzten Modell setzte der Hersteller noch auf einen Quad-Core-Prozessor aus dem Hause Intel.

Der Arbeitspeicher misst 4 GB DDR2-SDRAM. In einer kleinen Fußnote weist Aldi auf der Homepage darauf hin, dass Sie diese 4 GB RAM nur unter Verwendung eines 64-Bit-Betriebssystems vollständig für Anwendungen nützen können. Die Festplatte ist 640 GB groß – dem November-Modell hatte Medion noch eine Platte mit 1000 GB spendiert. Bei der Grafiklösung hat sich der Hersteller nun für eine Grafikkarte mit ATI-Chip entschieden: Die Radeon HD4350 bringt 512 MB eigenen Speicher mit und unterstützt DirectX 10.1. Ein Multiformat DVD-Brenner ist genauso Teil der Ausstattung wie Anschlüsse für HDMI und eSATA. Der Netzwerk-Controller beherrscht Gigabit-LAN, ein Kartenleser befindet sich auf der Vorderseite des PC. Dieser kennt die Formate CF/MS/SD/MMC/SM/XD.

Ein Ausstattungsmerkmal vom letzten Aldi-PC begegnet uns auch dieses Mal wieder: Auf der Oberseite des PC-Gehäuses integriert Medion seine spezielle Technik zum Anschluss einer externen Festplatte: Am so genannten Medion Datenhafen 2 lässt sich nur die Medion HDDrive2go Ultra-Speed-Festplatte anschließen. Externe Festplattenmodelle anderer Hersteller können Sie nicht an diesem Port, sondern an den 6 USB-Anschlüssen (davon 2 vorne) oder an der Firewire-Schnittstelle anschließen.

Bei der Softwareausstattung zeigt sich Medion für einen Rechner in der Preisklasse von 500 Euro spendabel: Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium SP 1 in der 32-Bit-Version vorinstalliert. Dieses System liegt ebenso auf einer Recovery-DVD bei wie Windows Vista Home Premium in der 64-Bit-Variante. Sie erinnern sich: Beim letzten Aldi-PC vom November 2008 hatten wir Ihnen in einem speziellen Test die Chancen und Tücken einer 64-Bit-Installation auf dem Aldi-PC vorgestellt.

Neben dem Betriebssystem bringt der aktuelle Medion Akoya E3300 D folgende Softwarepakete mit: Nero 8 Essentials, Microsoft Works 2.0 und Corel Draw Essentials 3. Die so genannte Medion Home Cinema Suite beinhaltet folgende Programme aus dem Hause Cyberlink: Power Director 7, Power DVD 8, Power Producer 5 sowie Media Show 4. Das Bullguard Internet Security Paket ist eine Sicherheitslösung, die Sie allerdings nur nach einer Online-Registrierung und nur für 90 Tage kostenlos nutzen können. Nach Ablauf dieser Periode müssen Sie eine Lizenz dieses Programms gegen Bezahlung erwerben. Medion bietet für den PC drei Jahre Garantie.

Das Ärgernis: Die Festplatte

Erinnern Sie sich an unseren Testbericht des Aldi-PC vom November 2008 (Medion Akoya P7300D MD 8838)? Damals hatten wir über die Tempoprobleme mit der Festplatte Western Digital Caviar Green berichtet. Zur Lösung des Problems kamen damals sogar zwei Mitarbeiter von Western Digital ins PC-Welt-Testcenter, um den Fehler festzustellen. Bei der Festplatte im Aldi-PC von November handelte es sich um eine mechanische Beschädigung der Festplatte, die laut Western Digital zu der lahmen Arbeitsweise der Platte und zu den hörbaren Klickgeräuschen geführt hatte.

Medion hat aus diesem Vorfall anscheinend keinerlei Konsequenzen gezogen und verbaut im aktuellen Aldi-PC wieder eine Festplatte aus der Caviar-Green-Serie. Und siehe da: Die Platte hat wieder ein ernsthaftes Tempo-Problem! Dieses Mal hörten wir allerdings keine Klickgeräusche und einen mechanischen Defekt der Platte konnten wir (bisher) auch nicht diagnostizieren. Die Festplatte arbeitete im Auslieferungszustand des PC allerdings so träge, dass es unter Windows Vista manchmal eine Minute brauchte, bis sich ganz normale Windows-Fenster wie der Gerätemanager oder der Windows-Explorer öffnete. Programminstallationen dauerten durchschnittlich doppelt so lang, wie wir es von anderen Rechnern mit ähnlicher Hardware-Ausstattung gewohnt sind.

Besonders heimtückisch: Der PC weigerte sich standhaft, unsere beiden Benchmark-Programme PC Mark 05 und 3D Mark 06 zu starten. Wir konnten zwar den Begrüßungsbildschirm sehen und die Programme im Taskmanager ordnen, durch die ständige Festplattenaktivität meldete Windows allerdings bald, dass – mangels Reaktion – die Programmausführung beendet werden muss. Dabei ratterte die Festplatte auch mehrere Minuten nach dem Hochfahren des PCs mit großer Lautstärke, auch wenn gar keine Benutzereingaben stattfanden.

Ein Blick auf die vorinstallierten Programme in der Systemsteuerung offenbarte die Übeltäter: Im Auslieferungszustand befanden sich so viele Programme von Google und Microsoft (Live-Programme, Office-Testversion) sowie die Bullguard Internet Security Software auf dem Rechner, die auf eine Online-Aktivierung oder sonstige Benutzereingaben warteten, so dass Arbeitsspeicher und Festplatte damit hoffungslos überfordert waren. Zu allem Überfluss war bei der Festplattenwartung die automatische Defragmentierung aktiviert, die die Platte ebenfalls unnötig beanspruchte.

Erst nachdem wir alle Windows-Live- und Google-Programme komplett deinstallierten, die aufdringliche Antiviren-Software entfernt und die automatische Defragmentierung abwürgten, beruhigte sich die Festplatte. Ein zweiter Blick in die Systemsteuerung zeigte, dass die Grafikkartentreiber noch vom Dezember letzten Jahres waren. Erst nachdem wir neue Treiber aufspielten, die Auslagerungsdatei optimierten und die Benutzerkontensteuerung deaktivierten, konnten wir unter Windows endlich mit annehmbarer Geschwindigkeit arbeiten und unsere Benchmark-Programme starten.

Tempo

Für einen PC in der Preislage von 500 Euro sind die Benchmark-Ergebnisse mittelmäßig: 5585 Punkte erreichte der PC in der PC-Mark-05-Wertung. Im Benchmark 3D Mark 06 erreichte der Rechner 2699 Punkte. Damit ist er für die Wiedergabe von Filmen und Musik im Wohnzimmer auf jeden Fall geeignet. Für anspruchsvollere 3D-Spiele ist diese Leistung allerdings zu schlecht. Darum bezeichnet Medion den Rechner folgerichtig als "Multimedia PC".

Ergonomie

Schon der Aldi-PC vom November war kein leuchtendes Beispiel beim Stromverbrauch und bei der Geräuschentwicklung. Beim aktuellen Aldi-PC hat Medion den Stromverbrauch etwas gesenkt: 138,5 Watt unter Volllast sind für einen Multimedia-PC zwar kein rühmlicher, aber ein akzeptabler Wert. Bei der Geräuschentwicklung hat der PC allerdings ein echtes Problem: Aufgrund des viel zu lauten Lüfters dröhnt der PC bereits im Desktop-Modus mit 35,7 dB(A) unerträglich laut. Unter Volllast steigert sich dieser Wert aufgrund der lauten Festplatte auf 38,4 dB(A). Wohnzimmertauglich ist der PC aufgrund dieser Lärmkulisse also definitiv nicht.

Fazit Medion Akoya E3300 D

Obwohl die Konfiguration, die Anschlussvielfalt und die beigelegte Software den PC für 500 Euro als Schnäppchen erscheinen lassen, trüben die lahme Festplatte und der Stromverbrauch die Freude deutlich. Der dauerhafte Lärm von Festplatte und Lüfter im Auslieferungszustand machen den PC für den Wohn- und Arbeitszimmereinsatz ungeeignet. Obwohl Sie die Festplatte mit den geschilderten Aufräumarbeiten etwas beruhigen können, stört der Lüfter mit seinem Gebrumm weiterhin. Unterm Strich müssen wir daher – zum ersten Mal in der langen Geschichte der Aldi-PC – vom Kauf des Medion Akoya E3300 D abraten. Je nach geplantem Einsatzzweck gibt es leisere und flottere Alternativen, die zudem noch deutlich günstiger sind.

Alternativen

Der MSI Wind PC Nettop arbeitet wesentlich stromsparender und leiser. Zum Preis von 260 Euro ist er aber auch deutlich leistungsschwächer. Der Firstway Indianapolis X2 7750 HD 4650 bietet zum Preis von 319 Euro (ohne Betriebssystem) deutlich mehr Rechenleistung (4896 3D-Mark-Punkte).

Testergebnisse und technische Daten

PC

Medion Akoya E3300 D
(ALDI-PC Februar 2009)

Preis-Leistungs-Wertung

40

Anbieter

Medion

Weblink

www.medion.de

Preis

rund 500 Euro

Hotline

01805/633466

Garantie

36 Monate

Medion Akoya E3300 D
(ALDI-PC Februar 2009)

BEWERTUNG (0-100 Punkte)

Tempo (30%)

28

Ausstattung (15%)

51

Handhabung (15%)

52

Ergonomie (15%)

7

Service (5%)

53

Preis (20%)

48

Gesamtergebnis

40

Medion Akoya E3300 D
(ALDI-PC Februar 2009)

TESTERGEBNIS

Benchmarks

PC Mark 05

5585 Punkte

3D Mark 06

2699 3D-Marks

Stromverbrauch

Betrieb

75,9 Watt

Standby

5,8 Watt

Shutdown

3,4 Watt

Aus

1,8 Watt

Betriebsgeräusch

Ruhe

35,7 dB(A) / 2,1 Sone

Last

38,4 dB(A) / 2,5 Sone

Medion Akoya E3300 D (ALDI-PC Februar 2009)

TECHNISCHE DATEN

Prozessor

AMD Athlon64 X2 7750 (2x 2.7 GHz)

Arbeitsspeicher

4096 MB

Grafikchip

ATI Radeon HD4350, 512 MB

Festplatte

1x Western Digital WD6400AACS-0068B1; 596,0 GB

optisches Leselaufwerk

nein

Brenner

DVD-Brenner (unterstützte Medientypen: DVD+R/+R DL/-R/-R DL/+RW/-RW/-RAM, Tempo: 22-/16-/22-/12-/8-/6-/12fach)

Betriebssystem

Windows Vista Home Premium

Kommunikation

Modem

-

Ethernet

1 (10/100/1000 MBit/s)

WLAN

nein

Bluetooth

nein

Schnittstellen Peripherie

2x PS/2, 6x USB, 2x Firewire, 1x E-SATA

Schnittstellen Video

1x VGA, 1x DVI, 1x HDMI

Schnittstellen Audio

Mikrofon

1

Kopfhörer

-

Line-In

1

Line-Out

2

S/P-Dif in

-

S/P-Dif out

1


Quelle: PC-Welt

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