13.01.2010, 09:20 Uhr | t-online.de
Adobe flickt Sicherheits-Loch in Reader und Acrobat. (Grafik: t-online.de)Adobe hat ein wichtiges Update für den Adobe Reader und Acrobat veröffentlicht. Damit schließt der Konzern eine Sicherheitslücke, die von Online-Kriminellen bereits in bedenklichem Maße ausgenutzt wird. E-Mails und Internetseiten mit infizierten PDF-Dateien sind bereits massenweise im Umlauf. Alle Anwender mit Adobes PDF-Software sollten den aktuellen Adobe Reader 9.3 deshalb sofort installieren. Besonders Anwender mit sind in hohem Maß gefährdet.
Die aktuellen Attacken auf die nun geschlossene Lücke gelten als besonders gefährlich. Dabei verbreiten die Online-Gangster präparierte PDF-Dokumente, die dann durch die Sicherheitslücke schädlichen Java-Code auf den Computer einschleusen. So installieren die Kriminellen einen Trojaner und übernehmen die Kontrolle über den PC ihrer Opfer. Besonders heimtückisch: Während der Infektion öffnet der Schädling eine normale PDF-Datei – der Anwender bekommt von dem Angriff in der Regel nichts mit. Das kritische Sicherheitsleck betrifft alle Versionen der PDF-Software von Adobe. Damit ist nicht nur der Adobe Reader betroffen, sondern auch die Profi-Anwendung Adobe Acrobat.
Durch die Lücke sind vor allem die Computer von Anwendern mit Windows XP und älteren gefährdet. Unter und verhindert zumindest theoretisch der Schutzmechanismus Microsoft Data Execution Protection (DEP) die Ausführung von Schadcode. Adobe beobachtete in seinen internen Sicherheitstests deshalb bei diesen Systemen außer eines Systemabsturzes keine weiter gehende Infektion des Computers. Auch Computer mit Apples Betriebssystem Mac OS X und solche mit Linux oder Unix stürzen einfach nur ab, wenn der schadhafte Java-Code ausgeführt wird. Dennoch sollten auch diese Anwender besonders vorsichtig sein und die neue Version Adobe Reader 9.3 umgehend installieren.
Auch Microsoft schließt im Rahmen des firmeneigenen Patch Day eine Lücke in Windows. Das Leck betrifft die Verarbeitung so genannter Embedded OpenType-Schriftarten. Die Sicherheitslücke ermöglicht einen Angriff auf den Computer über manipulierte Schriftarten, die in Dokumenten und auf Internet-Seiten eingebettet sein können. Allerdings ist die Lücke nur für Anwender von Windows 2000 wirklich gefährlich. Ab Windows XP stuft Microsoft das Risiko selbst als niedrig ein. Dennoch wird allen Nutzern empfohlen, das Update zu installieren. Hier erfahren Sie mehr zu dem aktuellen Sicherheits-Patch von Microsoft.
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