19.02.2009, 13:28 Uhr | pcwelt.de
Sie suchen einen PC für unter 400 Euro, der im Wohnzimmer als Mediacenter dienen soll und mit einer Vielzahl von Audio- und Video-Komponenten kommunizieren kann: Dieser Wunsch ist mit billigen Standard-PC nicht immer leicht zu verwirklichen. Herkömmliche Tower-PC sind in dieser Preislage im Auslieferungszustand oft so abgespeckt, dass Sie Komponenten wie Soundkarte oder Betriebssystem zusätzlich erwerben müssen. Nettops arbeiten zwar leise und stromsparend, geizen aber oft mit Anschlüssen. Diese Lücke möchte der Acer Aspire X3200 ausfüllen und sich als Rundum-Sorglos-Paket fürs Wohnzimmers präsentieren.
Konfiguration und Ausstattung
Der Acer X3200 sieht auf den ersten Blick aus wie ein Nettop, ist aber deutlich besser ausgestattet: Der Doppelkern-Prozessor AMD Athlon X2 4450e sorgt für eine höhere Rechenleistung als Intels Atom-Prozessor. Der Arbeitsspeicher verfügt über eine Kapazität von 2 GB DDR2-RAM. Auf der Hauptplatine Acer WMCP78M arbeitet Nvidias Nforce 720a-Chipsatz mit dem integrierten hauseigenen Grafikkern Geforce 8200. Als Grafikkarte verbaut Acer zusätzlich die Nvidia Geforce 9300 GE zum Onboard-Grafikchip. Neben der eingebauten Grafikkarte ist auf der Hauptplatine noch ein PCI-Express-Steckplatz der Bauform x1 frei.
Die zwei Grafiklösungen sind mit Hilfe der Hybrid-SLI-Technik von Nvidia zusammengeschaltet, um die Grafikleistung beider Chips zu kombinieren. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die bekannte SLI-Technik von Nvidia, die normalerweise weitere Konfigurationsmöglichkeiten bietet – denn dafür sind zwei Grafikkarten mit dem gleichen Chip notwendig. Die SLI-Funktion zum Anschluss mehrerer Displays können Sie beim Acer Aspire X3200 folgendermaßen nutzen:
Konfiguration 1
Wenn Sie ein Display über DVI an die Grafikkarte und ein zweites über VGA an den Onboard-Chip anschließen, können Sie in der Nvidia-Systemsteuerung bei den Grafikoptionen nur die Desktoperweiterung aktivieren. Das Klonen des gesamten Desktops auf einen zweiten oder gar dritten Monitor ist mit dieser Anschlussvariante nicht möglich.
Konfiguration 2
Um die sogenannte Multidisplay-Funktionalität nutzen zu können, müssen Sie beide Monitore an der Grafikkarte anschließen. Dazu entfernen Sie die schwarze Verschlusskappe für den HDMI-Anschluss und schließen dort ein Display an. Den anderen Monitor verbinden Sie wie bisher mit der DVI-Schnittstelle. Nun gehen Sie in der Nvidia-Systemsteuerung auf Anzeige ->Mehrere Anzeigen einrichten. Dort setzen Sie bei beiden Geräten ein Häkchen und klicken auf Übernehmen. Nun ist die Desktoperweiterung aktiviert. Sie sehen dies daran, dass der zweite Monitor zwar das Desktop-Hintergrundbild anzeigt, aber keine Symbole und keine Taskleiste.
Klicken Sie nun das erste Display mit der rechten Maustaste an und wählen Sie die Option klonen. In unserem Test benutzen wir einen Monitor von Samsung sowie ein Display von Benq. Der genaue Befehl lautete also Benq M2400HD und Samsung SyncMaster klonen. Nun zeigten beide Geräte exakt dasselbe Bild an. Diese Funktionalität ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie ein TFT-Display und einen Videoprojektor gleichzeitig an den Acer Aspire X3200 anschließen und auf beiden Geräten ein identisches Bild haben möchten.
In der Nvidia-Systemsteuerung waren auf unserem Testgerät des Acer X3200 die Optionen für SLI-Konfiguration und die Multi-GPU-Konfiguration nicht sichtbar. Wir konnten allerdings Nvidia Physx aktivieren. Diese Option überträgt bei Spielen mit Physik-Engine die Rechenlast von der CPU auf einen spezialisierten Chip der Grafikkarte.
Zusätzliche Monitor-Einstellungen können Sie mit dem cleveren Grafikkarten-Tool Powerstrip konfigurieren.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal gegenüber den meisten Nettops bildet der DVD-Brenner HL-DT-ST DVDRAM GH15F – Nettop-Hersteller verzichten aus Platz- und Kostengründen häufig auf ein optisches Laufwerk. Die Festplatte Western Digital WD3200AAJS-22B4A bietet eine Kapazität von 320 GB. Der Netzwerkcontroller auf der Hauptplatine unterstützt Gigabit-LAN. Für die Audio-Erzeugung dient der Chip Realtek High Definition Audio.
Ganz besonders bei der Anschlussvielfalt spielt der Acer X3200 seine Stärken gegenüber Nettops aus: Anschlüsse für eSata, Firewire und HDMI sind in der Preisklasse der PC unter 400 Euro ebenso selten zu finden wie der optische S/P-Dif Ausgang. Der bereits erwähnte Grafikchip Geforce 8200 ist durch eine VGA-Schnittstelle nutzbar und die Grafikkarte NVIDIA Geforce 9300 GE verfügt über einen DVI-Ausgang. 9 USB-Anschlüsse, von denen 5 auf der Gehäusevorderseite angebracht sind, ergänzen das Ausstattungswunder ebenso wie 2 PS/2- und 7 analoge Audio-Anschlüsse. Der integrierte Kartenleser unterstützt Flashkarten der Standards CF/MD/SD/MMC/XD/MS. Acer liefert den PC mit Windows Vista Home Premium aus. Für alltägliche Büroaufgaben ist das Programm Microsoft Works 8.5 vorinstalliert.
Tempo
Der Acer Aspire X3200 erreicht im Benchmark 3D Mark 06 den Wert von 1939 Punkten und bewegt sich damit ungefähr in der Mitte zwischen Nettops (mit etwa 100 Punkten) und billigen Multimedia-PC wie dem Xada Dual Core E5200 Geforce 9500GT mit 4312 Punkten. Dasselbe Bild sehen wir im Benchmark PC Mark 05: Der Acer Aspire X3200 positioniert sich mit 4369 Punkten zwischen Nettops (ab 1500 Punkten) und Multimedia-PC (ab 6000 Punkten). Für einen PC, der inklusive Betriebssystem unter 400 Euro kostet, sind diese Werte gut, aber nicht so überragend wie beim Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650.
Ergonomie
53,8 Watt verbraucht der Acer Aspire X3200 im Desktop-Modus und damit etwa doppelt soviel wie ein Nettop. Wenn man allerdings bedenkt, dass der Acer-PC über einen Doppelkern-Prozessor und eine dezidierte Grafikkarte verfügt, ist dieser Wert akzeptabel. Unter Volllast steigt der Stromverbrauch auf 92,1 Watt und bleibt damit noch unter der Marke von 100 Watt, über der sich Multimedia-PC üblicherweise bei voller Belastung bewegen.
Aufgrund des großen Prozessor-Lüfters und des Grafikkarten-Lüfters kann der Acer Aspire X3200 nicht so flüsterleise arbeiten wie ein Nettop: 27,2 dB(A) sind zwar ein akzeptabler Wert, der PC ist aber ständig hörbar. Erstaunlich war in unserem Test, dass selbst unter voller Belastung die Lautstärke nie über 27,8 dB(A) anstieg. Das Betriebsgeräusch des Rechners bleibt also – egal ob in Ruhe oder unter Last – angenehm stabil.
Fazit Acer Aspire X3200
Für einen Preis von unter 400 Euro empfiehlt sich der Acer Aspire X3200 als voll tauglicher Wohnzimmer-PC. Dazu verhelfen ihm insbesondere seine exzellente Schnittstellen-Ausstattung und der DVD-Brenner. Bei der Rechenleistung kann er zwar nicht ganz mit anderen Billig-PC in derselben Preislage mithalten, macht dies aber durch bessere Energieverbrauchswerte wett. Die Geräuschkulisse des Acer-Rechners ist zwar hörbar, aber nicht wirklich störend. Unterm Strich bekommen Sie mit dem Acer Aspire X3200 einen soliden Mediacenter-PC zum attraktiven Preis.
Alternativen
Der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 und der Xada Dual Core E5200 Geforce 9500GT bieten zum Preis von 319 Euro (ohne Betriebssystem) deutlich mehr Rechenleistung, verbrauchen aber auch wesentlich mehr Strom und arbeiten etwas lauter. Außerdem können sie mit der Schnittstellenvielfalt des Acer Aspire X3200 nicht mithalten. Nettops wie der MSI Wind PC Nettop arbeiten zwar stromsparender als der Acer Aspire X3200, können ihm aber bei der Ausstattung keineswegs das Wasser reichen.
PC | |
Acer Aspire X3200 | |
Wertung | 44 |
Anbieter | Acer |
Weblink | |
Preis | rund 390 Euro |
Hotline | 01805/009898 |
Garantie | 24 Monate |
Acer Aspire X3200 | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Tempo (30%) | 52 |
Ausstattung (15%) | 59 |
Handhabung (15%) | 54 |
Ergonomie (15%) | 14 |
Service (5%) | 26 |
Preis-Leistung | befried. |
Gesamtergebnis | 44 |
Acer Aspire X3200 | |
TESTERGEBNIS | |
Benchmarks | |
PC Mark 05 | 4369 Punkte |
3D Mark 06 | 1939 3D-Marks |
Stromverbrauch | |
Betrieb | 53,8 Watt |
Standby | 4,4 Watt |
Shutdown | 3,6 Watt |
Aus | 3,6 Watt |
Betriebsgeräusch | |
Ruhe | 27,2 dB(A) / 0,8 Sone |
Last | 27,8 dB(A) / 0,8 Sone |
Acer Aspire X3200 | |
TECHNISCHE DATEN | |
Prozessor | AMD Athlon X2 4450e (2x 2.3 GHz) |
Arbeitsspeicher | 2048 MB |
Grafikchip | Nvidia Geforce 8200 und 9300GE, 512 MB (shared Memory: ja) |
Festplatte | 1x Western Digital WD32 00AAJS-22B4A; 298,0 GB |
optisches Leselaufwerk | nein |
Brenner | DVD-Brenner (unterstützte Medientypen: DVD+R/+R DL/-R/-R DL/+RW/-RW/-RAM, Tempo: 16-/8-/16-/8-/6-/6-/5fach) |
Betriebssystem | Windows Vista Home Premium |
Kommunikation | |
Modem | - |
Ethernet | 1 (10/100/1000 MBit/s) |
WLAN | nein |
Bluetooth | nein |
Schnittstellen Peripherie | 2x PS/2, 9x USB, 1x Firewire, 1x E-SATA |
Schnittstellen Video | 1x VGA, 1x DVI, 1x HDMI |
Schnittstellen Audio | |
Mikrofon | 2 |
Kopfhörer | 1 |
Line-In | 2 |
Line-Out | 3 |
S/P-Dif in | - |
S/P-Dif out | 1 |
Quelle: PC-Welt
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