15.01.2010, 15:20 Uhr | Andreas Lerg
Die Seite ist der echten Microsoft-Seite perfekt nachempfunden. (Quelle: t-online.de)Eine neue dreiste Abofalle lockt mit einer Internet-Seite im imitierten Microsoft-Design. Die Betrüger versprechen dem Besucher die kostenlosen Security Essentials von Microsoft. Wer denkt, er erhalte diese direkt von Microsoft und sich auf der gefälschten Webseite registriert, tappt in die Abofalle. Diesmal soll über die Kreditkarte abgezockt werden.
Laut Experten der G Data Security Labs handelt es sich um eine neue groß angelegte Abofallen-Kampagne. Dazu haben die Online-Kriminellen die Internetseite www.security-essentials.info komplett im Microsoft-Design angelegt, sodass sich der unbedarfte Nutzer auf einer vermeintlich sicheren Seite des Software-Riesen wähnt. Sobald er auf den Download-Button klickt, wird der Nutzer gebeten, sich zu registrieren, um dann zum kostenlosen Download der Antiviren-Software weitergeleitet zu werden. Wer dieser Anweisung folgt und die Registrierungsseiten nicht genau liest, schließt ein Dreijahres-Abo für insgesamt 35,94 Euro ab. Fies: Das Dreijahresabo ist auf der Registrierungsseite voreingestellt.
Weitere Zusatzkosten entstehen, übersieht man das Häkchen. (Quelle: t-online.de)Was diese Abofalle etwas von anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass der Kostenhinweis nicht einmal versteckt wird. Die Kosten werden genannt und es wird zur Angabe der Kreditkartendaten aufgefordert. Besonders neu und perfide ist, dass es nicht bei der verlangten Abogebühr bleibt. Denn übersieht der Nutzer zwei kleine Kästchen, bindet er sich an weitere kostenpflichtige Leistungen. Zum einen sind es Tools für Windows XP für 1,49 Euro pro Monat und zum anderen ein angebliches Antispyware-Tool für die gleiche Monatsgebühr. Beides auf drei Jahre Abo-Dauer aufgerechnet ergibt weitere 107,28 Euro und damit deutlich mehr als die ursprüngliche Abogebühr. Die Häkchen in den Kästen sind vorab gesetzt und werden leicht übersehen.
Die Betreiber der Seite begründen sogar, warum bezahlt werden soll. Die Software sei zwar frei, aber der Nutzer bezahle für den komfortablen Service, alles gebündelt an einem Ort zum Download angeboten zu bekommen und einen Kundendienst rund um die Uhr zur Verfügung zu haben. Der Kunde soll hier also eine Pauschale für Downloads bezahlen, die er bei allen seriösen Seiten wie etwa Softwareload gänzlich kostenlos erhält.
Verbraucherschützer raten in solchen Fällen stets, nicht zu zahlen und die Kreditkarte eventuell zu sperren. Gegen Abofallen und ähnliche Abzocker können sich Internetnutzer jedoch auch vorbeugend schützen. Zum Beispiel mit der Browser-ErweiterungWOT, die beim Surfen vor bekannten Abofallen und weiteren dubiosen Internetseiten warnt. Vor allem aber: Bleiben Sie skeptisch. Schauen Sie sich eine Internetseite gründlich an und lesen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie persönliche Daten eingeben. Schauen Sie auch mal ins Impressum und die AGB einer Seite. Wenn für kostenlose Software Geld verlangt wird, ist etwas faul.
Andreas Lerg
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