
04.06.2010, 12:53 Uhr
Ein neu entdeckter Trojaner zwingt Firefox, Passworte zu speichern. (Montage: t-online.de)
Fast 40 Prozent aller Deutschen, behauptet der IT-BranchenverbandBITKOM, geben geheime Passwörter an Kollegen weiter. Probleme verursachen die so wichtigen Schlüssel schon durch ihre schiere Menge - dabei gibt es einen einfachen Trick, wie man die Passwort-Fülle parat und unter Kontrolle hält.
Es beginnt mit dem Einloggen bei Windows, es zieht sich durch die ganze Nutzungszeit von PC und Internet: Der Freemail-Account will es wissen, das Social Network auch, jeder abonnierte Dienst, jedes Forum, jede Datenbank, der Online-Shop und die Bank sowie und dann noch PIN und TAN obendrauf - jeder PC-Nutzer läuft mit einer Vielzahl von Passwörtern herum, die er sich merken muss. Wenn er klug ist, und nicht einfach ein einziges General-Passwort für alles benutzt.
Doch solche offensichtlichen Risiken und Nebenwirkungen der Passwörteritis sind nicht die einzige Gefahr, die da lauert. Denn wenn es um Sicherheit im Internet geht, ist der Nutzer selbst sich gemeinhin der ärgste Feind, und das gilt auch hier: Rund 37 Prozent aller Deutschen, behauptet eine aktuelle, im Auftrag des ITK-Branchenverbandes Bitkom von Forsa durchgeführte Studie, geben private Passwörter für ihren PC, für Internet-Seiten und Co. an andere weiter. Auch am Arbeitsplatz vertraue jeder Dritte berufliche Passwörter anderen Personen an.
Das, sagt der Bitkom, sei repräsentativ: "Dass die Bürger ihren Mitmenschen vertrauen, ist zwar grundsätzlich ein positives Zeichen - Passwörter sollten aber nur in Ausnahmesituationen weitergegeben werden", meint dazu Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. "In Einzelfällen kann eine zeitlich begrenzte Weitergabe des Passworts an vertrauenswürdige Personen, z.B. für Wartungsprozesse, notwendig sein. Es sollte dann jedoch zeitnah das bisherige Passwort gegen ein neues getauscht werden. Grundsätzlich empfehlen wir größtmögliche Zurückhaltung."
Davon aber kann im Alltag keine Rede sein. Bei jedem vierten Befragten (27 Prozent) kennt der Lebenspartner ein oder mehrere Passwörter. Jeder Zehnte (9 Prozent) vertraut engen Verwandten, drei Prozent der Befragten ihren Freunden und Bekannten.
Dabei sind Ostdeutsche angeblich etwas misstrauischer als Westdeutsche: 22 Prozent (Westdeutsche: 28 Prozent) geben ihre Passwörter an den Partner weiter, nur sechs Prozent an Verwandte (Westdeutsche: 10 Prozent). Und das gilt auch im Büro: Während jeder fünfte (19 Prozent) Westdeutsche sie Kollegen anvertraut und jeder achte dem Chef, gibt nur jeder zehnte bzw. zwölfte Ostdeutsche sie an Kollegen und den Chef weiter. Drei Viertel (75 Prozent) der Ostdeutschen vertrauen niemandem ihr Passwort an, bei den Westdeutschen sind es nur 60 Prozent.
Der Grund für die Freigiebigkeit ist dabei nicht unbedingt immer Fahrlässigkeit. "Viele Menschen geben ihre Passwörter weiter, weil sie befürchten, sie selbst zu vergessen - ähnlich wie den Haustürschlüssel, den man sicherheitshalber in der Nachbarschaft hinterlegt. In der digitalen Welt gibt es dafür aber bessere Alternativen", so Bitkom-Präside Kempf.
Und so sieht er aus, der Vorschlag des Branchenverbandes: Eine bequeme und sichere Lösung zur Passwort-Verwaltung seien so genannte "Passwortsafes". Diese Programme werden entweder auf einem verschlüsselten Bereich der Festplatte gespeichert oder durch externe Speichermedien wie USB-Sticks oder Smartcards mit dem Rechner verbunden. Sie erstellen automatisch Passwörter, die sich schwerer entschlüsseln lassen. Bei Bedarf weisen sie ein neues Passwort einer speziellen Webseite zu und nutzen beim Abruf dieser Webseite automatisch das entsprechende Passwort. Außerdem werden alle Passwörter verschlüsselt gespeichert. Der Nutzer muss sich auf diese Weise nur noch ein möglichst sicheres Haupt-Passwort merken.
Quelle: Spiegel Online
olli schrieb:
am 9. Juni 2010 um 15:17:20
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Weitergabe an Kollegen
Einige Kommentatoren möchten den Artikel bitte genau lesen und sich nicht über Dinge beschweren, die gar nicht drin
stehen. Es ist die Rede von der Passwortweitergabe an Kollegen.
Meiner Ansicht nach ist das Account-Verfahren veraltet. Es gibt bessere Verfahren des Zugangs. RFID-Chips für kurze Distanz sind sicher praktischer und die Leute vergessen ihre Passwörter nicht. Kann sein, sie vergessen dann ihre Chipkarte. Was soll man dann dagegen machen, also dann doch biometrische Verfahren.
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secu schrieb:
am 9. Juni 2010 um 15:10:38
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Bequemlichkeit
Häufig resultiert das auch aus Bequemlichkeit. Ich kenne Firmen, wo ein Computer gemeinsam, weil gelegentlich genutzt wird.
Hier bleibt der erste eingeloggte User so stehen und alle benutzen den Tag über den gleichen Account, weil das Ummelden (ausloggen, neu einloggen) im Alltagsgeschäft zu lästig ist. Abhilfe würde da nur eine Codekarte bieten, mit der der User blitzschnell eingeloggt und startbereit wäre.
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intelliwessi schrieb:
am 7. Juni 2010 um 20:31:51
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passort sichern
ich sicher meine Zugänge immer auf einer alten kleinen sd Karte. Da ich nirgends das gleiche Passwort nehme, und die recht
lang und kryptisch (alpha/num/sonderzeichen) sind, ist das wohl die beste art und weise. So hat man die Daten auch noch nach 'nem Plattencrash zur Hand.
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