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Computerhändler betrügt tausende eBay-Kunden

11.12.2007, 12:16 Uhr

Es ist der wohl größte eBay-Betrugsfall der letzten Jahre: Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat eine hessische Computerfirma zahlreiche eBay-Kunden um ihr Geld gebracht. Massenweise verkauften die Betrüger Computerteile gegen Vorkasse, ohne später zu liefern. Der Schaden geht in die Hunderttausende, die Polizei ermittelt. Die geprellten Kunden bleiben wohl auf ihren Kosten sitzen. Die Hintermänner des zwielichtigen Geschäfts haben sich abgesetzt, eBay sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.

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Der Coup war von langer Hand geplant. Ende August 2007 meldete sich der Computerhändler aus dem hessischen Dreieich unter dem Namen "pc-hardware1" bei eBay an. Bis November arbeitete der Händler redlich, sammelte positive Bewertungen zufriedener Kunden. Rund 1500 Artikel wurden über das Online-Auktionshaus verkauft, immer gegen Vorkasse und immer pünktlich ausgeliefert. Der gute Ruf von "pc-hardware1" als eBay-Händler wuchs. Zusätzlich nahm der Händler am so genannten Postident-Verfahren teil, bei dem durch Vorlage des Personalausweises auf dem Postamt die Identität einer Person bestätigt wird, und erlangte so das für Vertrauenswürdigkeit bürgende Gütesiegel eines "geprüften" eBay-Mitglieds.

Explosionsartige Umsatzzuwächse

Dann ging alles sehr schnell. Die privaten Verbraucherschützer von Falle-Internet haben den Fall im Detail rekonstruiert. Ab Mitte November schnellte die Zahl der Angebote des Online-Händlers plötzlich nach oben. Der Umsatz wuchs innerhalb kürzester Zeit von knapp 100.000 Euro auf bis zu 800.000 Euro. Täglich brachte der Händler 600 Artikel an den Mann: Spielkonsolen, Digitalkameras, Mobiltelefone und Computerzubehör, alles auch weiterhin per Vorkasse. Solche explosionsartigen Umsatzzuwächse sind eigentlich ein Warnsignal, die Kunden ahnten davon jedoch nichts. "Die plötzliche Steigerung der Verkaufsmenge blieb dem einzelnen Kunden verborgen," so Markus Schwinn von Falle-Internet. "Mit Blick auf das gute Bewertungsprofil schöpften die Käufer keinen Verdacht." - bis zum 5. Dezember.

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